Arbeitsgemeinschaft Schmetterlinge Zollernalb

 

 

 


Schmetterlinge im Zollernalbkreis 2019

Nachdem wir 2018 insgesamt 17 Arten vorstellen konnten, hat sich erwartungsgemäß auch 2019 die Anzahl der "Neu-Nachweise" nochmals verringert: Insgesamt 12 Arten konnten wir erstmals auf unseren Schmetterlings-Seiten beschreiben - und in diesem Jahr gab es zum ersten Mal mehr "echte" Neu-Nachweise, etliche davon im Rahmen eines Nachtfalter-Monitorings im NSG Kapfhalde bei Bietenhausen. Von 4 Arten gab es laut InsectIS bereits einzelne ältere Nachweise aus dem Zollernalbkreis, doch 8 Arten waren tatsächlich "neu" (wenigstens für die Landesdatenbank) und diese sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Wenn Sie in der nachfolgenden Liste auf den entsprechenden Namen klicken, kommen Sie zum jeweiligen Kurzbericht. Und dort erhalten Sie mit Klick aufs Bild eine Vergrößerung der Nachweiskarte aus der Landesdatenbank (Stand 2018) bzw. ein vergrößertes Foto des Falters.
 



2019 erstmals nachgewiesen

Acontia trabealis
Hadena bicruris

Agrotis bigramma
Heterogena asella

Catephia alchymista
Idaea subsericeata

Dysgonia algira
Lithophane furcifera


Die Arten sind mit ihren wissenschaftlichen Namen nach Gattungen alphabetisch geordnet - ungeachtet der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Artengruppe.

→ Die "Wieder-Funde" finden Sie weiter unten aufgelistet und auch kurz kommentiert.
 


 
Mit einem Klick auf die jeweilige Überschrift öffnet sich ein neues Fenster und Sie werden zur Falterbeschreibung geleitet - nach dem Laden der Seite ggf. den Cursor nochmals oben hinter das letzte Zeichen der URL (= Webadresse) setzen und ENTERn.


Ackerwinden-Bunteulchen (Acontia trabealis)




Hechingen-Weilheim, 05.08.2019 (Foto: H. Fuchs)

Acontia trabealis ist in den Wärmeinseln des Landes am Oberrhein und im Gebiet zwischen Kalrsruhe, Heidelberg, Heil­bronn und Stuttgart wohl auch relativ weit verbreitet. In "unserer Nähe" gibt es nur zwei alte Nachweise von Axel Steiner aus den 1980er Jahren aus dem Raum Rottenburg und Tübingen und auf der Alb wurde 2011 ein Falter bei Hohenstein nachgewiesen.
Die beiden Beobachtungen im NSG Kapfhalde und bei Hechingen-Weilheim sind also eine Überraschung.


Breitflügelige Erdeule (Agrotis bigramma) - RL V




Haigerloch-Stetten, 29.08.2019 (Foto: H. Fuchs)

Noch deutlich überraschender ist jedoch der Anflug einer Agrotis bigramma im Hausgarten in Haigerloch-Stetten, denn die nicht besonders häufigen aktuellen Nachweise aus Baden-Württemberg stammen allesamt aus dem Umland des Rheintals zwischen Basel und Mannheim und außerhalb dieses Raums gab es seither noch keinerlei Nachweise. So muss wohl auch dieser Fund als Anzeichen des Klimawandels gewertet werden.


Weißes Ordensband (Catephia alchymista) - RL 1




NSG Kapfhalde, 04.06.2019 (Foto: H. Fuchs)

Das trifft in ähnlicher Weise auch auf Catephia alchymista zu, wenngleich es von dieser Art schon ein paar wenige Nachweise auch aus anderen Landesteilen gibt.

Nachdem die Art im Rahmen des Nachtfalter-Monitorings 2019 gleich an drei Stellen gefunden wurde, kann man allerdings auf die weitere Entwicklung gespannt sein.


Dunkelbraune Brombeereule (Dysgonia algira) - RL D




Haigerloch-Stetten, 28.08.2019 (Foto: H. Fuchs)

Auch Dysgonia algira ist eindeutig ein Klimagewinner. Die ursprünglich aus Nordafrika stammende Art ist vorwiegend seit 2015 in etlichen Wärmegebieten des Landes bodenständig geworden.
Jedoch gab es auch aus der weiteren Umgebung des Kreises seither noch keine Nachweise.


Lichtnelkeneule (Hadena bicruris)




NSG Kapfhalde, 04.06.2019 (Foto: H. Fuchs)

Das Haupt-Verbreitungsgebiet von Hadena bicruris in unserem Bundesland sind die Hackfrucht- und Unkrautgebiete des Kraichgaus.
Abgesehen von ein paar Nachweisen der letzten Jahre am oberen Neckar gab es seither auch im weiteren Umkreis keine Nachweise aus unserer Gegend.


Kleiner Schneckenspinner (Heterogenea asella)




Bitz, 26.06.2019 (Foto: F. Treuz)

Wenn man von ein paar Nachweisen in den 1980er Jahren im Raum Herrenberg und Gärtringen absieht, gelten auch für Heterogena asella dieselben Aussagen wie bei den vorgenannten Arten.
Dass nun der erste Falter aus dem Landkreis ausgerechnet auf beinahe 900 m in Bitz auftaucht, ist jedoch erst recht eine handfeste Überrauschung.


Graulinien-Zwergspanner (Idaea subsericeata)




NSG Kapfhalde, 01.08.2019 (Foto: H. Fuchs)

Auch Idaea subsericeata war seither erst aus den bereits mehrfach genannten Wärmeinseln des Landes bekannt - allerdings konnten Harald Giersch im Jahr 2014 im MTB 7817/4 Rottweil und Rudolf Schick 2018 im MTB 7419/4 Herrenberg Nachweise erbringen.


Braungraue Holzeule (Lithophane furcifera) - RL 2




Haigerloch-Stetten, 14.03.2019 (Foto: H. Fuchs)

Noch weniger Nachweise gibt es seither von Lithophane furcifera und abgesehen von ein paar Nachweisen aus dem Schwarzwald und dem Kraichgau verzeichnet die Landesdatenbank aus unserem Einzugsgebiet erst zwei Funde von Walter Bantle aus dem MTB 7917/2 Villingen-Schwenningen Ost. Auch dieser Anflug ist damit recht überraschend.

 


2019 erstmals mit Lebendfoto belegt

Wandernder Blattspanner
(Orthonama obstipata) - RL 3

Die wenigen Nachweise dieses Wanderfalters sind über das ganze Land verteilt. Außer einem Fund von Jörg-Uwe Meineke bei Rottenburg 1979 ist jedoch keiner aus dem näheren Umkreis dabei.

Simulans-Bodeneule
(Rhyacia simulans) - RL D

Neben dem Nachweis vom Paul Westrich aus dem Jahr 1980 bei Jungingen finden sich in der wissenschaftlichen Sammlung von Friedemann Treuz seither insgesamt 6 Belege aus den Jahren 1985, 1991, 2008 (3x) und 2009.

Schneeweißer Kleinspanner
(Scopula subpunctaria)

Abgesehen von wenigen Nachweisen aus dem ganzen Land findet man in der Landesdatenbank aus unserem Landkreis seither erst einen (sicheren) Nachweis von Daniel Bartsch und einen weiteren (als "fraglich" bezeichneten) von Axel Steiner aus dem Jahr 1980 - vermutlich beide vom Plettenberg.

Weißdornspinner
(Trichiura crataegi) - RL V

Seither konnte nur Axel Steiner diese Art im Jahr 1985 in der Beurener Heide nachweisen. Der Anflug im Hausgarten in Haigerloch-Stetten war deshalb eine große Überraschung.

 
Die vor 2019 aktuellen Verbreitungskarten der oben aufgelisteten Arten finden Sie → hier.

 

weitere Nachweise
 

 

 

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