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Nachtfalter im Zollernalbkreis: Spanner (Geometroidea) - Teil 2

Der Familienname "Spanner" leitet sich von der für die Raupen typischen Fortbewegungsweise ab: Den meisten Arten fehlen die Bauchbeine, so dass die Nachschieber direkt hinter den Brustbeinen ansetzen und den Körper hochwölben, bis die Brustbeine wieder für die Streckung sorgen. Zur Tarnung sitzen die Raupen mitunter so da, dass sie an einen abstehenden Zweig erinnern.

Zu der Überfamilie der Geometroidea gehört in Deutschland nur eine Familie in 5 Unterfamilien mit insgesamt ca. 430 Arten. Die meisten Falter sind klein bis mittelgroß und haben im Vergleich zur Flügelfläche schlanke Körper. In Ruhestellung liegen die Flügel meist flach auf dem Untergrund, so dass die Hinterflügel sichtbar sind. Bei vielen Arten haben die Männchen im Gegensatz zu den Weibchen gefiederte Antennen, wodurch die Geschlechter leicht zu unterscheiden sind.

Hinweis zur Darstellung: Weil die Spanner eine sehr artenreiche Familie darstellen, haben wir die Unterfamilien auf mehrere (Unter-)Seiten verteilt. Sterrhinae, Archiearinae und Geometrinae gemeinsam auf der ersten, die beiden anderen Unterfamilien auf je einer eigenen. Der ganze Vorspann wird jedoch immer wiederholt.

 
 

Familie:
Unterfamilie:

Geometridae
Sterrhinae


Larentiinae


Archiearinae


Ennominae


Geometrinae



(Larentiinae 1)

Mit 196 Arten sind die Larentiinae die größte Spanner-Unterfamilie in Baden-Württemberg. 70 werden in der aktuellen Roten Liste geführt, von denen sind 6 bereits ausgestorben (RL 0) und 16 (RL 1) stehen wohl kurz davor.

Die meisten Arten sind anhand der Färbung bzw. des Flügelmusters gut zu unterscheiden. Zu den Larentiinae gehören aber auch die 66 Blütenspanner-Arten, die zu den kleinsten der Unterfamilie gehören und einander oftmals sehr ähnlich sehen, so dass auch hier eine sichere Bestimmung nur mithilfe der Genitaluntersuchung (siehe Wikipedia) möglich ist.



Zweipunkt-Wellenstriemenspanner (Scotopteryx bipunctaria)



Haigerloch-Stetten, 05.08.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 09.08.2008 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 12.08.2009 (Foto: H. Fuchs)


Die nach dem charakteristischen Doppel­punkt im Vorderflügel benannte Art hat ihre höchste Dichte in Baden-Württemberg und kommt dort besonders im Albvorland und auf der Schwäbischen Alb vor.

Die Falter fliegen in einer Generation hauptsächlich im Juli/ August an den Trockenhängen der Muschelkalk- und Juralandschaften, in Wacholderheiden und Magerrasen, an Böschungen und Wegrändern.

Die Raupen leben überwinternd von August bis Juni an vielen verschiedenen niedrig wachsenden Pflanzen.



Braunbinden-Wellenstriemenspanner (Scotopteryx chenopodiata)



Haigerloch-Stetten, 28.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 29.07.2010 (Foto: R. Zwiener)


Der Spanner mit dem beinahe unaussprechlichen Namen ist in nahezu allen Lebensräumen weit verbreitet, bevorzugt jedoch in blütenreichen Graslandschaften. Die Falter fliegen in einer Generation zumeist im Juli und August. Sie sind tagaktiv, saugen an allerlei Blütenpflanzen und kommen nachts zum Licht. Die Raupen fressen vorwiegend an der Vogelwicke (Vicia cracca) und überwintern, bevor sie sich dann im Frühjahr verpuppen.



Wandernder Blattspanner (Orthonama obstipata) - RL 3



Bitz, 24.10.2019 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 24.10.2019 (Foto: F. Treuz)


Orthonama obstipata ist ein Wanderfalter, der in allen Ländern Eurasiens und auch in Afrika und Nordamerika beobachtet werden kann. Aus unserem Bundesland liegen Nachweise aus etlichen Gegenden vor, aus unserem Raum gibt es jedoch nur zwei Funde im NSG Kapfhalde im Juni bzw. Juli 1979. Damit stellt der Fund in Bitz in jedem Fall eine wirkliche Besonderheit dar.

Der Faltereinflug beginnt in der Regel im Mai und zieht sich bis in den Herbst hin.



Garten-Blattspanner (Xanthorhoe fluctuata)



Haigerloch-Stetten, 18.05.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Balingen, 05.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 07.07.2020 (Foto: H. Fuchs)
 



Ei - ♀ kam ans Licht geflogen
Bitz, 09.09.2018 (Foto: F. Treuz)


Der Garten-Blattspanner fliegt in mindestens 2 Generationen von April bis Juni und von Juli bis September in vielerlei Vegetationstypen, darunter in allen Arten von Wäldern, im Offenland bis in die Feldfluren und im Kulturland bis in die Hausgärten.

Die Raupen sind von Mai bis in den Herbst vorwiegend an der Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) zu finden.



Springkraut-Blattspanner (Xanthorhoe biriviata)



Haigerloch-Owingen, 26.04.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 01.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



NSG Häselteiche, 17.04.2020 (Foto: H. Fuchs)


Wie der Name schon vermuten lässt, fliegt der Springkraut-Blattspanner von April bis August in ein bis zwei sich teilweise überlappenden Generationen in frischen bis feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern und reinen Buchenwäldern, an Waldrändern und Saumbereichen, wo das Springkraut reichlich vorhanden ist.

Die Falter saugen an feuchter Erde oder an tierischen Exkrementen. Die Raupen leben von Mai bis September ausschließlich am Springkraut (Impatiens noli-tangere).



Heller Rostfarben-Blattspanner (Xanthorhoe spadicearia)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 10.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 27.04.2020 (Foto: F. Treuz)



X.spadicearia oder ferrugata
Haigerloch, 26.07.2013 (Foto: H. Fuchs)


Der Helle und der Dunkle Rostfarben-Blattspanner sind äußerlich oft nicht eindeutig zu unterscheiden, nur die Tiere mit "schwarzem" Mittelfeld sind immer Xanthorhoe ferrugata.

Der Helle R. ist die häufigere Art. Die Falter fliegen in zwei Generationen im Mai/ Juni und von Juli bis September in vielerlei Lebensräumen, in trockenen bis feuchten, in offenen und gebüschreichen Landschaftsbereichen.

Die Raupe ist von Mai bis Juli und von August bis Oktober an vielen krautigen Pflanzen zu finden. Die Puppe überwintert.



Dunkler Rostfarben-Blattspanner (Xanthorhoe ferrugata)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Balingen, 06.06.2013 (Foto: H. Fuchs)


Die Falter fliegen ab April, aber sonst zur gleichen Zeit und in denselben Lebensräumen wie die vorige Art. Die Raupen sind in der Regel zwischen Mai und September zu finden.



Kohl-Blattspanner (Xanthorhoe designata)



Haigerloch-Bad Imnau, 16.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Balingen, 05.06.2013 (Foto: H. Fuchs)


Der Kohl-Blattspanner fliegt in zwei sich teilweise überlappenden Generationen im Mai/ Juni und von Juli bis September in Wäldern, in Gebüschregionen, Laubmischwäldern, von dort aus auch auf Lichtungen und waldnahen Feuchtwiesen, aber auch in Gärten.

Die Raupen leben von Mai bis Juli und im August/ September an Kreuzblütlern wieder Knoblauchsraule (Alliaria petiolata).



Schwarzbraunbinden-Blattspanner (Xanthorhoe montanata)



Nusplingen, 24.06.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)


Die Falter fliegen in einer Generation von Mai bis Juli im Bereich feuchter bis trockener Laubmischwälder und Nadelwälder, an Waldwegen, auf Schlagfluren, Außen- und Innensäumen, an Weg- und Bachrändern - auch auf Kalkmagerrasen.

Die Raupen leben an Ampfer (Rumex obtusifolius) und Schlüsselblumen (Primula spec.) sowie an Labkraut (Galium spec.).



Vierbinden-Blattspanner (Xanthorhoe quadrifasiata)



Haigerloch, 19.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 17.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 17.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Eier - Bitz, 20.07.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe L2 - Bitz, 14.08.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe - Bitz, 12.10.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe L5 - Bitz, 03.04.2017 (Foto: F. Treuz)


Der Vierbinden-Blattspanner heißt so, weil das dunkle Mittelfeld von vier schwarzen Bändern durchzogen ist. Er ist Xanthorhoe ferrugata ähnlich, aber viel größer.

Er fliegt wohl in einer Generation von Juli bis August in vielen Lebenraumtypen: in Auen- und Bruchwäldern, auf Feuchtwiesen, in krautreichen Laubmischwäldern bis hin zu Kalkmagerrasen und Wacholderheiden, selbst im Siedlungsbereich.


Die überwinternden Raupen leben an vielen niedrig wachsenden Pflanzen, u.a. an der Taubnessel (Lamium purpureum) und Gundermann (Glechoma hederacea).



Braunbinden-Blattspanner (Catarhoe cuculata)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 27.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 08.09.2014 (Foto: H. Fuchs)



Exemplar mit abweichender Zeichnung
Haigerloch-Stetten, 08.08.2019 (Foto: H. Fuchs)


Wurzelfeld und Brust dieses Falters erinnern an die schwarze Kapuze (= lat. cucullus) eines Mantels (STEINER et.al. 2014).

Die Falter fliegen in mindestens zwei (auf der Schwäbischen Alb auch nur einer) sich überlappenden Generationen von Mai bis August/ September in allen Arten von Lebensräumen.

Die Raupen sind von Juli bis September an Labkräutern (Galium spec.) zu finden, die Puppen überwintern.



Rotbinden-Blattspanner (Catarhoe rubidata)



Haigerloch-Stetten, 16.07.2017 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 02.07.2018 (Foto: F. Treuz)


Obwohl der Rotbinden-Blattspanner laut EBERT "am häufigsten in den Jura- und Muschel­kalklandschaften der Schwäbi­schen Alb und des Neckar-Tauberlandes" vorkommt, gab es aus dem Zollernalbkreis seither nur einen einzigen Nachweis von 1987 aus dem Raum Hechingen. Überhaupt sind die Nachweise aus diesem Jahrhundert nicht gerade überwältigend, so dass von einer insgesamt nicht häufigen Art ausgegangen werden muss.


Die Falter fliegen von Mitte Juni bis Ende August in Eichen-Hainbuchen- und in Buchen­wäldern, gern auf felsigem Untergrund, sowie auf gebüschreichen, von artenreichen Waldsäumen umgebenen Halbtrockenrasen.

Die Raupen leben wohl bis August an Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), aber bestimmt auch an anderen Galium- und AsperulaArten.



Ockergelber Blattspanner (Camptogramma bilineata)



Haigerloch-Stetten, 18.09.2008 (Foto: H. Fuchs)



Bietenhausen, 14.07.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 10.08.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 07.06.2020 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 07.06.2020 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 13.06.2010 (Foto: R. Zwiener)


Mit seiner hell ockergelben Färbung mit weißen und dunklen Querlinien ist dieser Spanner bei uns nicht zu verwechseln. Die Falter fliegen in wohl nur zwei Generationen vorwiegend im Juni und Juli in vielerlei Lebensräumen, häufig am Waldrand.

Tagsüber findet man sie oft auf Blättern ruhend, aufgescheucht setzen sie sich aber gern auf die Blatt-Unterseite. Nachts kommen sie auch ans Licht.

Die Raupen fressen meist an Hauhechel (Ononis repens), aber wohl auch an anderen Pflanzen.



Fleckleib-Labkrautspanner (Epirrhoe tristata)



Bitz, 18.07.2015 (Foto: F. Treuz)



Erlaheim, 09.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 18.05.2009 (Foto: H. Fuchs)


Dieser auffällige Falter gehört zu den häufigsten Arten seiner Gattung. Im Bereich der Schwäbischen Alb und des Vorlandes fliegen die Tiere in nur einer Generation zwischen Mai und August in Saumstrukturen vieler Grünlandgesellschaften - eine zweite Generation bleibt wohl unvollständig. Die Falter besuchen Blüten und ruhen in der niedrigen Vegetation.

Über die Raupen ist wenig bekannt, Nahrungspflanze ist wohl nur das Wiesenlabkraut (Galium mollugo).



Graubinden-Labkrautspanner (Epirrhoe alternata)



Grosselfingen, 18.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Trillfingen, 16.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 06.05.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 13.05.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Bittelbronn, 29.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 10.04.2017 (Foto: F. Treuz)


Epirrhoe alternata kommt oft mit Epirrhoe tristata zusammen in den gleichen Lebensräumen vor, ist aber noch häufiger.

Im Bereich der Schwäbischen Alb fliegen die Tiere wohl in drei kaum zu trennenden Generationen zwischen Ende April und September.

Die Falter saugen an vielerlei Blüten, die Raupen fressen an verschiedenen Labkraut-Arten (Galium spec.).



Hellgrauer Labkrautspanner (Epirrhoe molluginata)



Bitz, 13.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 15.06.2016 (Foto: F. Treuz)



(unbefruchtetes) Ei - Bitz, 14.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Nusplingen, 12.06.2020 (Foto: R. Bertscheit)



Nusplingen, 12.06.2020 (Foto: B. Schlude)


Der Hellgraue Labkrautspanner ist auf der Schwäbischen Alb weit verbreitet, fehlt aber möglicherweise im Albvorland. Die Falter fliegen in einer und wohl einer unvollständigen zweiten Generation von Mai bis August in einer Vielzahl von feuchten und trockenen Lebensräumen.

Über die Lebensweise der Raupen ist aus unserem Bundesland nur wenig bekannt. Nach Angaben in STEINER et.al. (2014) leben sie wohl im Hochsommer an Labkräutern, vorwiegend am namensgebenden Wiesen-Labkraut (Galium mollugo agg.).



Breitbinden-Labkrautspanner (Epirrhoe galiata)



Haigerloch-Stetten, 10.06.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 24.06.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 26.08.2016 (Foto: H. Fuchs)



NSG Kapfhalde, 09.05.2020 (Foto: H. Fuchs)



NSG Kapfhalde, 01.08.2019 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Burgfelden, 07.07.2018 (Foto: F. Treuz)


Obwohl E.galiata in Baden-Württemberg hauptsächlich auf der Schwäbischen Alb und im Vorland sowie in den Oberen Gäuen bis hin zum Schönbuch vorkommt, wurde die Art hier im Kreis erstmals 2014 nachgewiesen.

Die Falter fliegen in zwei sich über­lappenden Generationen zwischen Mai und September im Bereich von felsenreichen Kalkmagerrasen, Steppenheiden und Geröllhalden, in Wacholderheiden sowie in den Steinbrüchen der Muschelkalkgebiete.

Die Raupen leben im Mai/ Juni und August/ September an Labkraut-Arten (Galium spec.). Aus Baden-Württemberg liegen hierüber jedoch noch keine näheren Erkenntnisse vor.



Zweizahn-Winkelspanner (Euphyia biangulata) - RL V



Haigerloch-Stetten, 27.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Rangendingen, 07.08.2020 (Foto: H. Fuchs)


Laut InsectIS wurde der Zweizahn-Winkelspanner seither im gesamten Gebiet zwischen Neckar und der Schwäbischen Alb noch nicht nachgewiesen. Der Falter vom 27. Juni 2017 stellt insofern eine wirkliche Überraschung dar, zumal diese Art im Gegensatz z.B. zu Ordensbändern nicht als "Vielflieger" bekannt sind.

Die ausgesprochene Wald-Art fliegt wohl in zwei Generationen im Mai/ Juni und im Juli/ August; Schlagfluren und Wegränder mit


feuchter Rudearalvegetation sind wohl besonders als Falter-Habitat von Bedeutung.

Über die Raupen ist aus unserem Bundesland nichts bekannt, als Nahrung kommen jedoch vermutlich Sternmiere (Stellaria spec.) und wohl auch Hornkräuter (Cerastium spec.) in Frage.



Einzahn-Winkelspanner (Euphyia unangulata)



Nusplingen, 12.06.2020 (Foto: B. Schlude)



Nusplingen, 12.06.2020 (Foto: R. Bertscheit)


Während Euphyia unangulata im Schwarzwald weit verbreitet ist, konnte die Art bei uns vor 2020 auch im weiteren Umkreis noch nicht nachgewiesen werden. In den Hauptverbreitungsräumen fliegen die Falter in zwei dicht aufeinander folgenden Generationen im Mai/ Juni und Juli/ August im Bereich verschiedender Eichen-Hainbuchen-, aber auch Buchen-Tannenwäldern mit Heidelbeer-Unterwuchs.

Raupen sind im Juni/ Juli und wieder im


Nahrung gibt es aus unserem Bundesland wohl keine Freilandbeobachtungen. Die Literatur weist jedoch auf die Große Sternmiere (Stellaria holostea) als Haupt-Nahrungspflanze hin.



Violettbrauner Rosen-Blattspanner (Earophila badiata)



Haigerloch-Stetten, 08.04.2009 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 24.02.2017 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 29.03.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 08.04.2011 (Foto: H. Fuchs)
 



Haigerloch-Owingen, 18.03.2014 (Foto: H. Fuchs)
 



Eier - Anflug des ♀ ans Licht
Bitz, 22.04.2016 (Foto: F. Treuz)



Jungraupe - aus Eiern vom 22.04.
Bitz, 16.05.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe - aus Eiern vom 22.04.
Bitz, 01.06.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe - aus Eiern vom 22.04.
Bitz, 13.06.2016 (Foto: F. Treuz)



Puppe - aus Zucht von 2016
Bitz, 19.02.2017 (Foto: F. Treuz)



Puppe - aus Zucht von 2016
Bitz, 19.02.2017 (Foto: F. Treuz)


Dieser bunte Falter fliegt in einer Generation von März bis Mai in allen ursprünglichen Wildrosen-Lebensräumen in Hecken und Gebüschen im Offenland, auf Magerrasen und Wacholderheiden. Weil die Raupen auch gärtnerische Formen von "Wild"-Rosen nutzen können, konnten zwischenzeitlich auch Gärten und Parks "erobert" werden.

Die Raupen leben von Mai bis Juli an allen Arten von Wild-Rosen (Rosa spec.), auch an der kultivierten Kartoffel-Rose (Rosa rugosa).


Dieser bunte Falter fliegt in einer Generation von März bis Mai in allen ursprünglichen Wildrosen-Lebensräumen in Hecken und Gebüschen im Offenland, auf Magerrasen und Wacholderheiden. Weil die Raupen auch gärtnerische Formen von "Wild"-Rosen nutzen können, konnten zwischenzeitlich auch Gärten und Parks "erobert" werden.

Die Raupen leben von Mai bis Juli an allen Arten von Wild-Rosen (Rosa spec.), auch an der kultivierten Kartoffel-Rose (Rosa rugosa).



Schwarzbinden-Rosen-Blattspanner (Anticlea derivata) - RL V



Geislingen, 23.04.2013 (Foto: B. Schlude)



Haigerloch-Stetten, 14.04.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 17.04.2020 (Foto: H. Fuchs)


Der Schwarzbinden-Rosen-Blattspanner fliegt hauptsächlich im April/ Mai in demselben Lebensraum wie die vorige Art.

Die Raupen sind im Mai/ Juni an Wild-Rosen (Rosa spec.) zu finden. Die Verpuppung erfolgt oft im Mulm alter Rosenstöcke.



Brombeer-Blattspanner (Mesoleuca albicillata)



Haigerloch-Owingen, 14.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 02.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 07.08.2015 (Foto: H. Fuchs)


Die schwarz-weiße, an Vogelkot erinnernde Färbung des Brombeer-Blattspanners stellt wohl einen gewissen Schutz vor Fraßfeinden dar. Diese dem kleineren Braunbinden-Blattspanner ähnliche Art fliegt in ein bis zwei sich überlappenden Generationen von Mai bis August in gebüschreichen Lebensräumen, auf Lichtungen und Schlagflächen verschiedener Waldgesellschaften und im Bereich von Schutthalden und Böschungen.

Die Vorkommen von Himbeere (Rubus idaeus) und Brombeere (Rubus fruticosus agg.) sind Nahrungspflanzen für die Raupen, die dort von August bis Oktober zu finden sind.



Malven-Blattspanner (Larentia clavaria) - RL 1



Ex ovo-Zucht
Bitz, 12.09.2015 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 19.09.2014 (Foto: F. Treuz)
 



Bitz, 21.09.2014 (Foto: F. Treuz)
 



Ei, kurz vor Schlupf
Bitz, 09.05.2015 (Foto: F. Treuz)



Jungraupen, Ex ovo-Zucht
Bitz, 02.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Raupe, Ex ovo-Zucht
Bitz, 14.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Puppe, Ex ovo-Zucht
Bitz, 30.08.2015 (Foto: F. Treuz)



Puppe, Ex ovo-Zucht
Bitz, 30.08.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex ovo-Zucht
Bitz, 31.08.2016 (Foto: F. Treuz)


Der Malven-Blattspanner ist in Baden-Württemberg erst an ganz wenigen Stellen sicher nachgewiesen. Von der Schwäbi­schen Alb gab es bisher noch gar keine Meldungen. Umso interessanter sind die seit Jahren regelmäßigen Beobachtungen in Bitz.

Die Falter fliegen in einer Generation im September/ Oktober. Über die Lebensraum­ansprüche ist jedoch nichts bekannt. Die Raupen fressen an verschiedenen Malven-Arten (Malva spec., Althaea spec., Lavathera spec.), wohl auch an Garten-Arten. Von daher ist völlig unklar, warum diese Art bei uns so selten ist.



Schwarzweißer Weidenröschenspanner (Spargania luctuata) - RL V



Balingen-Ostdorf, 04.06.2015 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 04.06.2015 (Foto: H. Fuchs)


Spargania luctuata kommt zwar im ganzen Land vor, ist aber nirgends häufig. Aus dem Zollernalbkreis gab es auch von früher praktisch keine Nachweise. Die Falter fliegen in einer und möglicherweise einer unvollständigen zweiten Generation im Mai/ Juni und Juli/ August. Weil alle Funddaten von Lichtfängen stammen, sind die Lebens­raum-Angaben möglicherweise ungenau: Verlichtungen und Randstrukturen in Eichen-Hainbuchenwäldern im Neckar-


Tauberland sind ebenso genannt wie Kalk­magerrasen am Rand von Buchenwäldern der Schwäbischen Alb. Die abgebildeten Falter flogen im Bereich einer lichten Sturmwurffläche mit Birken-Erlen-Aufwuchs.

Die Raupen leben wohl von Mai bis Juli an Weidenröschen (Epilobium spec.) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus).



Heidelbeer-Palpenspanner (Hydriomena furcata)



Geislingen, 30.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 11.07.2014 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Owingen, 15.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Dotternhausen, 23.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Raupe - Bitz, 24.05.2015 (Foto: F. Treuz)



Puppe - Bitz, 08.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex larva-Zucht
Bitz, 28.06.2015 (Foto: F. Treuz)


Der Heidelbeer-Palpenspanner fliegt in einer Generation im Juli/ August in mäßig frischen bis feuchten Laub- und Mischwäldern sowie im Bereich von Weidengebüschen an Waldwegen, Lichtungen usw.

Das Ei überwintert und die Raupen sind dann von Frühjahr bis Juni an Heidelbeere (Vacciunium myrtillus), an Salweide (Salix caprea) und anderen Laubgehölzen zu finden.



Erlenhain-Blattspanner (Hydriomena impluviata)



Bitz, 23.05.2018 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 20.05.2011 (Foto: H. Fuchs)


Von der ansonsten ähnlichen vorigen Art unterscheidet sich der Erlenhain-Blatt­spanner durch seine deutlich längeren Palpen.

Der Falter fliegt in einer Generation von Mai bis Juli in erlenreichen Bruch- und Auwäldern, auch in Fluss-/ Bachtälern und im Bereich von Hang- und Quellmooren ohne Erlen-Vorkommen.

Die Raupen sind von Juli bis Oktober an


Erle (Alnus spec.), seltener an anderen Laubgehölzen wie Hasel (Corylus avellana) und Linde (Tilia spec.) zu finden.


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