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Tagfalter im Zollernalbkreis: Edelfalter (Nymphalidae)

Zu den Edelfaltern gehören einige der buntesten und bekanntesten Falterarten, wie das Tagpfauenauge (Aglais io) oder der Kleine Fuchs (Aglais urticae). Edelfalter sitzen nur auf zwei Beinpaaren, weil ihr erstes Beinpaar zu "Putzborsten" verkümmert ist.
Die Raupen der Edelfalter haben meist zahlreiche "Dornen", die auch verästelt sein können. Manche Arten leben gesellig in großen Gruppen auf den Nahrungspflanzen, wie z.B. das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs an der Brennnessel.
Die 60 in Baden-Württemberg nachgewiesenen Arten verteilen sich auf 6 Unterfamilien: Die Perlmutterfalter (Heliconiinae), die Fleckenfalter (Nymphalinae), die Schillerfalter (Apaturinae), die Eisvögel (Limenitidinae), die Scheckenfalter (Melitaeinae) und die Augenfalter (Satyrinae). Nicht alle diese Arten kommen auch im Zollernalbkreis vor.
Nur 14 Arten erscheinen nach heutigen Erkenntnissen einstweilen ungefährdet, darunter neben den schon genannten häufigen Arten auch z.B. der Admiral (Vanessa atalanta), der Distelfalter (Vanessa cardui) oder der Kaisermantel (Argynnis paphia).

Anmerkung: Wenn in der Auflistung eine Art fehlt, heißt das nicht, dass sie hier nicht vorkommt. Vielleicht haben wir nur noch keine Fotos aus dem Zollernalbkreis. Wenn Sie welche haben, wären wir dankbar, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen würden.

Heliconiinae

Nymphalinae

Apaturiinae

Limenitinae

Melitaeinae

Satyrinae



Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia) - RL 3



Starzeln, 14.06.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)



Starzeln, 14.06.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)



Nusplingen, 31.05.2007 (Foto: Th. Hoffmann)


Boloria eunomia ist ein Eiszeitrelikt, das nur noch inselartig vorkommt. Das Land Baden-Württemberg hat für den Falter durch die Aufnahme in den 111-Arten-Korb besondere Verantwortung übernommen. Die Art ist eng an das Vorkommen des Wiesen-Knöterichs (Polygonum bistorta) in Dauerbrachen gebunden. Auf bewirtschafteten Flächen haben die Raupen keine Überlebenschance.

Die Falter fliegen in einer Generation vorwiegend im Juni, in passenden Habitaten mitunter in großen Zahlen. Die Weibchen legen ihre Eier an der Unterseite der flach am Boden liegenden Blätter der Knöterichpflanzen ab. Die frisch geschlüpften Räupchen fressen nur wenig an der Blatt-Oberfläche und bereiten sich schon im August auf die Überwinterung vor. Es gibt Hinweise darauf, dass die Raupen sogar ein weiteres Mal überwintern, jedoch fehlen aufgrund der Seltenheit der Art noch langjährige Populationsuntersuchungen.



Silberfleck-Perlmutterfalter (Boloria euphrosyne) - RL 3



♂ Haigerloch-Owingen, 30.04.2012 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 24.05.2010 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Pfeffingen, 21.06.2013 (Foto: D. Haas)



Albstadt-Ebingen, 03.05.2020 (Foto: N. Merz)



♀ Albstadt-Ebingen, 03.05.2020 (Foto: N. Merz)



Ei an Viola hirta - Bitz, 02.06.2017 (Foto: F. Treuz)


Boloria euphrosyne ist eine der vergleichsweise "frühen" Arten bei den Perlmutterfaltern: Die Falter fliegen in einer Generation von Mai bis Juli vorwiegend im Bereich trockener Nadel- oder Buchenmischwälder. Dort kann er an sonnigen Waldwegen und auf Lichtungen beobachtet werden.

Von dem sehr ähnlichen Boloria selene kann man ihn gut durch den einen leuchtenden Silberfleck auf der Hinterflügel-Unterseite unterscheiden.

Als Nektarpflanze wird vorwiegend Günsel (Ajuga spec.) aufgesucht. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in der Nähe von Veilchen ab - vorwiegend beim Rauhaarigen Veilchen (Viola hirta), vermutlich auch beim Hain-Veilchen (Viola riviniana). Darüber ist aber seither nur wenig bekannt.



Braungefleckter Perlmutterfalter (Boloria selene) - RL 3



Haigerloch-Owingen, 04.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 12.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 24.07.2014 (Foto: G. Hermann)


Boloria selene fliegt in zwei Generationen ab Ende Mai bis Juni und von Juli bis August - bei uns möglicherweise auch nur in einer Generation im Juni/Juli. Um das beurteilen zu können, sind aber im Bereich der Schwäbischen Alb zu wenige Vorkommen bekannt.
Als Lebensraum kommen verschiedene Arten von nassen bis wechseltrockenen Feuchtwiesen in Frage, vorwiegend wohl Pfeifengras- und Kohldistelwiesen in Waldrandnähe. Über die Nahrung der Raupen ist aus Baden-Württemberg nichts belegt, verschiedene Veilchen-Arten (Viola spec.) jedoch wahrscheinlich.



Magerrasen-Perlmutterfalter (Boloria dia) - RL V



Bietenhausen, 24.06.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 11.09.2010 (Foto: H. Fuchs)



Burladingen, 04.08.2014 (Foto: H. Fuchs)


Boloria dia ist der kleinste einheimische Perlmutterfalter. Er fliegt bei uns in zwei bis drei Generationen von Ende April bis Anfang September. Als Lebensraum bevorzugt er warme Hänge mit Magerrasen und Wacholderheiden auf Muschelkalk und Keuper.

Wenige beobachtete Eiablagen legen die Vermutung nahe, dass sich die Raupen vorwiegend vom Rauhaarigen Veilchen (Viola hirta) ernähren, aber auch bei dieser Art ist hierüber noch zu wenig bekannt.



Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) - RL V



Bickelsberg, 17.06.2011 (Foto: B. Schlude)



Geislingen, 11.06.2005 (Foto: B. Schlude)



Haigerloch-Owingen, 03.06.2011 (Foto: H. Fuchs)


Der Mädesüß-Perlmutterfalter fliegt in einer Generation im Juni und Juli in Mädesüß-Hochstaudenfluren (Filipendula ulmaria) und ähnlichen vernässenden Biotoptypen. Das Weibchen klebt sein Ei durch ein Fraßloch in der Oberseite eines Mädesüß-Blatts an dessen Unterseite. Das Räupchen überwintert fertig entwickelt im Ei, bis Mitte April die frischen Triebe erscheinen. Ein Überleben ist also nur in dauerhaft ungemähten Beständen möglich.



Kleiner Perlmutterfalter (Issoria lathonia) - RL V



Burladingen-Ringingen, 25.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Burladingen-Ringingen, 25.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.10.2011 (Foto: H. Fuchs)



Straßberg, 30.07.2018 (Foto: R. Teufel)


Der Kleine Perlmutterfalter nutzt offene Flächen im Kulturland, wie abgemähte Felder und Wiesen und Brachland. Er fliegt in bis zu vier Generationen von April bis Oktober, wobei sich die einzelnen Generationen zeitlich nicht eindeutig voneinander trennen lassen.

Die Raupe frisst vorwiegend an Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis), benötigt also stets frische Brachflächen, auf denen diese Pflanze im ersten Jahr besonders gut gedeiht.



Kaisermantel (Argynnis paphia)



Haigerloch-Owingen, 19.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 23.07.2008 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 23.07.2008 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 04.08.2010 (Foto: R. Zwiener)



Grosselfingen, 04.08.2010 (Foto: R. Zwiener)



Hechingen-Beuren, 17.05.2012 (Foto: D. Mezger)


Der Kaisermantel ist der größte und am häufigsten vorkommende aus der Gruppe der Perlmutterfalter. Er fliegt in einer Generation ab Ende Juni bis Mitte September im Bereich von Waldrändern, an Wald-
wegen und auf Lichtungen, besonders wenn er Nektar von den großen Doldenblütlern, dem Wasserdost oder von Kratzdisteln erntet. Die Männchen zeichnen sich durch breite Duftschuppenstreifen auf den Vorder­flügeln aus (siehe Bild 1), mit deren Hilfe bei der Balz die Weibchen angelockt werden.

Die Eier werden häufig an Baumstämmen abgelegt. Die hieraus schlüpfenden Räupchen nehmen keine Nahrung zu sich, sondern suchen sich einen Überwinterungsplatz. Im Frühjahr wandern sie dann am Stamm hinab und suchen verschiedene Veilchen-Arten (Viola spec.) oder auch Mädesüß (Filipendula ulmaria) als Nahrungspflanzen auf.
Nebenform: Bei uns können auch ab und zu Weibchen der Form valesina beobachtet werden, die eine genetisch bedingte grau-grüne Färbung aufweisen (siehe Fotos 4 und 5).

Anmerkung: Immer wieder werden im Frühjahr Kaisermantel-Beobachtungen gemeldet. Dabei handelt es sich aber in der Regel immer um Männchen des Nagelfleck (Aglia tau), die in hohem Tempo auf Weibchensuche unterwegs sind. Scherzhaft nennt man ihn deshalb auch "Frühlings-Kaisermantel".



Großer Perlmutterfalter (Speyeria aglaja) - RL V



Haigerloch-Owingen, 22.06.2008 (Foto: H. Fuchs)
 



Haigerloch-Owingen, 22.06.2008 (Foto: H. Fuchs)
 



♀ - Art am aufgehellten Apex zu erkennen
Tieringen, 03.07.2017 (Foto: H. Cura)



Haigerloch-Stetten, 06.06.2018 (Foto: H. Fuchs)
 



Haigerloch-Owingen, 26.06.2018 (Foto: H. Fuchs)
 


Tieringen, 22.06.2018 (Foto: H. Cura)


Der Große Perlmutterfalter kommt zwar fast überall im Land vor, ist aber viel weniger häufig als der Kaisermantel. Von Ende Juni bis Mitte August kann man ihn am Waldrand, aber auch weiter draußen an Kratzdisteln als bevorzugter Nektar­quelle beobachten - auch andere violette Blütenköpfchen werden gerne besucht. Neben den feuchten Distelfluren in Wald­randnähe ist er auch in blütenreichen Trockenrasen im Bereich von Steppen­heidewäldern zu finden.

Die Weibchen legen ihre Eier wohl an verschiedene Veilchen-Arten (Viola spec.) ab. Die Raupen überwintern und sind ab März bis im Juni an ihren Nahrungspflanzen zu finden.



Feuriger Perlmutterfalter (Fabriciana adippe) - RL 3



♀ - Haigerloch-Stetten, 07.08.2006 (Foto: H. Fuchs)



♂ - Haigerloch-Owingen, 04.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Nusplingen, 21.06.2011 (Foto: H. Fuchs)



Nusplingen, 12.06.2020 (Foto: R. Bertscheit)



♂ - Truchtelfingen, 13.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Ebingen, 21.07.2019 (Foto: D. Mezger)


Fabriciana adippe ist noch lückenhafter verbreitet als Speyeria aglaja. Auch er beschränkt sich auf eine Generation. Die Flugzeit teilt er sich mit den beiden vorgenannten Arten, den Lebenraum mit Speyeria aglaja. Wie beim Kaisermantel zeigen die Männchen im Gegensatz zu den Weibchen deutliche Duftschuppen­streifen, allerdings nur zwei.

Die Weibchen fliegen zur Eiablage dicht über den Boden, wo sie sie dann einzeln an dürren Pflanzenstängeln in der Nähe der Nahrungspflanzen befestigen. Die Raupen leben vorwiegend am Rauhaarigen Veilchen (Viola hirta).



Mittlerer Perlmutterfalter (Fabriciana niobe) - RL 2



♂ - Hechingen-Beuren, 03.06.2018 (Foto: J. Beurle)


Bis 2018 galt der Zollernalbkreis als Fabriciana niobe-"frei", denn trotz intensiver Suche war ein Nachweis hier noch nicht gelungen. Dass der erste Falter dann gerade in der Beurener Heide gefunden wurde, ist insofern nicht verwunderlich, weil die Art z.B. am nur gut 3 km nordöstlich gelegenen Farrenberg fliegt. Von daher könnte durchaus ein "Luft-Taxi" für den Fund verantwortlich gewesen sein. Aber die Falter sind natürlich auch gute Flieger ...

Die Falter fliegen laut EBERT/ RENNWALD nur von Ende Juni bis Mitte Juli, vermutlich nur auf einmähdigen Kalkmagerwiesen. Die Datenlage aus unserem Bundesland ist jedoch recht dünn. Deshalb ist auch nur davon auszugehen, dass sich die Raupe wie ihre nächsten Verwandten ebenfalls von Veilchen (Viola spec.) ernährt. Ob aber z.B. die Eier im Saumbereich von Hecken oder im Freiland abgelegt werden, ist unklar.



Trauermantel (Nymphalis antiopa) - RL 3



Haigerloch-Stetten, 08.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 19.04.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 04.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Hausen a.T., 20.04.2018 (Foto: H. Cura)



Haigerloch-Owingen, 03.07.2011 (Foto: H. Fuchs)


Die ersten Exemplare dieses schönen Falters verlassen ihre Winterverstecke im April, doch bis in den Juni hinein findet man noch abgeflogene Exemplare aus dem vergangenen Jahr. Im Juli und August fliegen dann die Falter der ersten und einzigen Generation. Diese streifen erneut weit umher und suchen sich einen Überwinterungsplatz.

In unserem Raum kann man die Falter in Streuobstwiesen und in der Feldflur, häufig


in Waldnähe finden. Aber auch an Waldwegen und Binnensäumen kann man sie beobachten. Die Tiere streifen jedoch weit umher. Am leichtesten sieht man sie, wenn sie sich einen Sonnenplatz gesucht haben oder an feuchten Bodenstellen bzw. tierischen Hinterlassenschaften Nahrung aufnehmen.

Ab Juni sind dann die Raupen an Sal- bzw. Ohr-Weide (Salix caprea bzw. aurita), mitunter auch an Birken (Betula pendula) zu finden. Das Ausschlagen von Weichhölzern im Wald kann sich also extrem nachteilig für diese gefährdete Art auswirken.



Großer Fuchs (Nymphalis polychloros) - RL 2



Burladingen-Hausen, 31.07.2013 (Foto: H.Fuchs)



HCH-Beuren, 28.06.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)



Hausen a.T., 12.04.2018 (Foto: H. Cura)



Bitz, 31.07.2018 (Foto: F. Treuz)
 



Grosselfingen, 16.06.2018 (Foto: D. Mezger)
 



"aufgetauter" Überwinterer in Gebäude
Haigerloch-Stetten, 17.02.2019 (Foto: H. Fuchs)


Der Große Fuchs fliegt bei uns im Albvorland in einer Generation von Mitte Juni bis Mitte Juli im Bereich von gehölzreichen Trocken­hängen, Waldlichtungen, Waldrändern und Obstwiesen. Auf der Hochalb kommt er praktisch nicht vor.

Schon nach kurzer Flugzeit ziehen sich die Falter zur Überwinterung zurück und tauchen dann als frische Falter in den ersten warmen Frühlingstagen im März/ April wieder auf.

Die Frühlings-Falter saugen gerne an den Kätzchen der Salweide und Schlehen-Blüten, die Sommer-Tiere vorwiegend am Baumwunden, an Pfützen oder am Kot von Hunden und Pferden. Die Raupen fressen bevorzugt an der Salweide (Salix caprea), aber auch an Ulmen und mitunter an Pappel sowie den Blättern von Süßkirsche und Birne. Nachdem der Große Fuchs immer seltener geworden ist, kommt der Erhaltung geeigneter Salweidenbestände in den Fluggebieten besondere Bedeutung zu.



Landkärtchen (Araschnia levana)



Grosselfingen, 30.04.2011 (Foto: R. Zwiener)



Haigerloch-Stetten, 28.02.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 11.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 12.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Ringingen, 05.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Ringingen, 05.07.2014 (Foto: H. Fuchs)


Das Landkärtchen ist ein häufiger Falter mit einer bemerkenswerten Besonderheit:
Die Frühjahrsgeneration sieht ganz anders aus als die Sommergeneration. Aus den überwinternden Puppen schlüpfen im April kräftig orange gefärbte Tiere, die viel häufigeren Tiere der Sommergeneration ab Juli zeigen eine weitgehend schwarze Grundfärbung.

Die Eier werden im Bereich schattiger Waldränder in Form von kleinen Ei-Türmchen an die Blattunterseiten der Großen Brennnessel (Urtica dioica) abgelegt. Dort leben die Raupen dann bis ins letzte Larvenstadium in Gruppen von 10 bis 30 Tieren, Puppen findet man aber immer nur einzeln. Die Puppen der 2. Generation überwintern, wobei zwar im Herbst mitunter welche gefunden werden, aus dem Winter gibt es aber noch keine Fundmeldungen.



C-Falter (Polygonia c-album)



f.variegata, Überwinterer (Herbstform)
Haigerloch-Stetten, 28.03.2008 (Foto: H. Fuchs)



f.hutchinsoni, Sommerform
Haigerloch-Stetten, 25.06.2018 (Foto: H. Fuchs)



f.variegata, Herbstform
Haigerloch-Stetten, 10.10.2008 (Foto: H. Fuchs)



Ex ovo-Zucht - Bitz, 20.06.2008 (Foto: F. Treuz)



Ei - Bitz, 20.04.2019 (Foto: F. Treuz)



Raupe L1 - Bitz, 05.05.2019 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 26.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 26.08.2013 (Foto: H. Fuchs)


Auch der C-Falter gehört zu den Arten, die als Falter überwintern. Schon Ende März kann man hier die ersten Tiere finden. Die ersten frischen Falter der Sommer­generation fliegen ab Juli, im August und September dann die Falter der 2. Generation.

Die Weibchen legen ihre Eier zumeist einzeln ab: im Frühjahr an verschiedenen Baumarten, wie Weiden (Salix spec.) und Ulmen (Ulmus spec.), im Sommer zumeist an der Großen Brennnessel (Urtica dioica).


Die Nahrung der erwachsenen Falter besteht im Frühjahr aus dem Nektar z.B. blühender (Sal-)Weiden oder Schlehen (Prunus spinosa), im Sommer findet man sie an Buddleja und Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und Kratzdisteln (Cirsium spec.), aber auch an Tierkadavern, tierischen Exkrementen, an feuchten Erdstellen, später dann an Fallobst.



Tagpfauenauge (Aglais io)



Haigerloch-Stetten, 14.04.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 10.09.2012 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 07.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Rangendingen, 04.06.2011 (Foto: H. Fuchs)


Rangendingen, 04.06.2011 (Foto: H. Fuchs)
 


 
beide Fotos: Bitz, 20.07.2015 (Foto: F. Treuz)

Das Tagpfauenauge ist einer unserer häufigsten und auffälligsten Falter. Die erwachsenen Tiere überwintern an geschützten Stellen, oft in Gebäuden und so sind die ersten von ihnen schon im März zu sehen. Es werden zwei Generationen von April bis Juni und von Juli bis September ausgebildet.

Die Weibchen legen Hunderte von Eiern an die Große Brennnessel (Urtica dioica) im Bereich der Triebspitzen frischer Pflanzen ab.

Die Jungräupchen leben in einem Verband von selbst produzierten Spinnfäden, der sich erst vor dem letzten Larvenstadium auflöst. Für die zweite Generation ist es also erforderlich, dass die Brennnesselbestände an sonnigen Böschungen im Bereich der Straßen-, Weg- und Grabenränder im Juli grob abgemäht werden.



Kleiner Fuchs (Aglais urticae)



Haigerloch-Owingen, 03.06.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 14.06.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 03.05.2012 (Foto: H. Fuchs)


 
Haigerloch-Owingen, 03.07.2011 (Foto: H. Fuchs)        Haigerloch-Owingen, 03.05.2012 (Foto: H. Fuchs)

Auch der Kleine Fuchs ist weithin bekannt. Ob er immer noch als häufig angesehen werden kann, ist jedoch unklar: In den letzten Jahren tauchten die Falter zwar im Frühjahr nach ihrer Überwinterung auf, spätere Tiere waren aber vergleichsweise selten zu sehen.
Die Eier werden in vollsonnigen Beständen an junge, frische Austriebe der Großen Brenn­nessel (Urtica dioica) abgelegt. Die Raupen leben ebenso gesellig wie beim Tagpfauenauge.



Bitz, 20.07.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex larva-Zucht
Geislingen, 07.06.2019 (Foto: B. Schlude)



Ex larva-Zucht
Geislingen, 07.06.2019 (Foto: B. Schlude)



Ex larva-Zucht
Geislingen, 07.06.2019 (Foto: B. Schlude)



Admiral (Vanessa atalanta)



Haigerloch-Hart, 06.07.2012 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 02.09.2006 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 18.06.2007 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 06.08.2015 (Foto: F. Treuz)
 



Ei - Bitz, 02.08.2016 (Foto: F. Treuz)
 



Raupe in geöffneter Blatttüte
Haigerloch-Owingen, 19.06.2014 (Foto: H. Fuchs)


Der Admiral gehört zu den Arten, die alljährlich bei uns einwandern, obwohl er auch bei uns überwintert. Während frühe Falter schon im Februar zu sehen sind, taucht die Hauptmasse erst im Mai/Juni auf. Nach zwei Nachkommen-Generationen wandert er wieder nach SW ab.

Für die Falter sind Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Efeu (Hedera helix) und Buddleja bzw. Fallobst die wichtigsten Energiequellen. Die Raupen fressen meist an der Großen Brennessel (Urtica dioica).



Distelfalter (Vanessa cardui)



Bitz, 29.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Stetten, 20.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Trillfingen, 27.07.2019 (Foto: H. Fuchs)



dem Vogel-Schnabel entronnen
Haigerloch-Owingen, 01.10.2011 (Foto: H. Fuchs)



Raupe an Brennnessel
Balingen-Ostdorf, 29.06.2009 (Foto: H. Fuchs)


Spätestens seit der Massen-Einwande­rungs­welle 2009 (siehe hier) ist weit bekannt, dass der Distelfalter ein echter Wanderfalter ist, der bei uns nicht überwintert. Die Weibchen legen im "Zielgebiet" sofort ab: auf Äckern, Brachäckern und Ruderalfluren - zumeist an der Ackerkratzdistel (Cirsium arvense), aber auch an der Großen Brennnessel (Urtica dioica).

Zumeist im Juli erscheinen dann die ersten Nachkommen der Einwanderer bei uns


und sind auf vielen Nektarquellen zu entdecken. Die letzten Falter ziehen im September nach Südwesten durch, manchmal auch noch im Oktober.



Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia) - RL 3



Oberdigisheim, 22.07.2013 (Foto: H.-M.Weisshap)



Haigerloch-Stetten, 27.06.2014 (Foto: H.Fuchs)



Burladingen-Hausen, 23.06.2018 (Foto: H.-P.Ulrich)


In der Landesdatenbank von BW sind für den Zollernalbkreis noch keine Vorkommen vermerkt. Trotzdem wurde Apatura ilia schon mehrfach beobachtet - erst 2013 gelang jedoch eine Belegaufnahme.

Von seinem "großen Bruder" unterscheidet sich der Kleine Schillerfalter durch große Augenflecken auch auf den Hinterflügeln.

Der Falter fliegt in einer Generation vorwiegend im Juni und Juli im Bereich von laubholzreichen Wäldern, gerne in Wassernähe. Die Männchen rüsseln an feuchten Erdstellen, Kot und Aas; über die Nahrung der Weibchen ist noch wenig bekannt.

Die Eier werden hauptsächlich an sonnig stehenden Pappeln (meist Zitterpappel oder Schwarzpappel, aber auch an Hybriden) abgelegt. Die Raupen überwintern in der Regel im 3. Larvalstadium.



Großer Schillerfalter (Apatura iris) - RL V



Grosselfingen, 06.07.2010 (Foto: R. Zwiener)



Grosselfingen, 01.07.2014 (Foto: R. Zwiener)



Hechingen-Weilheim, 16.06.2011 (Foto: A. Braun)



Bitz, 25.07.2019 (Foto: F. Treuz)



Hechingen, 08.06.2018 (Foto: B. Köstlin)



Bitz, 25.07.2019 (Foto: F. Treuz)


Apatura iris fliegt zumeist am Rand von laubholzreichen Wäldern oder auf Lich­tungen in einer Generation in der Regel zwischen Mitte/ Ende Juni und Ende Juli, aber mitunter auch noch im August. Zumeist kann man die Falter auf Kot saugend vorfinden, Blütenbesuche sind selten.

Das Weibchen legt die Eier vorwiegend an Salweide ab, aber auch andere Weiden­arten und Pappeln werden belegt. Die Raupen überwintern im 3. Larvalstadium.



Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla)



Haigerloch-Stetten, 01.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 28.06.2010 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 12.06.2007 (Foto: H. Fuchs)



Jungraupen mit typischem Fraßbild
Starzeln, 18.08.2016 (Foto: H.-P. Ulrich)



Jungraupe
Starzeln, 18.08.2016 (Foto: H.-P. Ulrich)



Raupe nach der Überwinterung
Bitz, 26.05.2017 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 29.05.2017 (Foto: F. Treuz)


Der Kleine Eisvogel fliegt von Mitte Juni bis Anfang August im Bereich laubholzreicher Wälder. Die Eiablage erfolgt an der Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), zumeist im Waldschatten in Wassernähe. Das Räupchen benagt sein Blatt von der Spitze her und lässt die Mittelrippe als Sitzwarte stehen (siehe Foto vom 18.08.2016 - die Jungraupen sitzen ganz an der Spitze).

Zur Überwinterung baut sich die Raupe ein sogenanntes "Hibernarium". Wenn dann die Pflanze im Frühjahr zu treiben beginnt, verlässt die Raupe ihre Pflanzenhülle und frisst weiter.



Blauschwarzer Eisvogel (Limenitis reducta) - RL 2



Hechingen-Schlatt, 01.07.1973 (Foto: H. Heidemann)


Im Unterschied zum Kleinen Eisvogel schillert Limenitis reducta blauschwarz - der Name ist also gerechtfertigt. Er fliegt wohl in zwei Generationen ab Ende Juni bis in den August - ursprünglich im Bereich von Laubwäldern, Waldrändern und vorgelagerten Hecken an warmen, trockenen Hängen, zwischenzeitlich wohl fast nur noch in Sturmwurfflächen. Aus dem Zollernalbkreis ist der Falter aber vermutlich verschwunden.

Die Falter saugen vorwiegend an weißen Doldenblütlern und am Zwergholunder, aber auch an violetten Blütenköpfchen.

Wie bei Limenitis camilla erfolgt die Eiablage an der Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), allerdings nur an sonnigen Standorten. Auch die Raupe von Limenitis reducta baut sich im 3. Raupenstadium zur Überwinterung ein Hibernarium.



Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) - RL 2



Bietenhausen, 08.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Bietenhausen, 03.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Rangendingen, 17.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Bietenhausen, 20.05.2016 (Foto: H. Fuchs)



NSG Kapfhalde, 24.05.2019 (Foto: H. Fuchs)



NSG Kapfhalde, 19.03.2020 (Foto: H. Fuchs)


Im Gegensatz zu der ebenfalls üblichen Bezeichnung als "Gemeiner" Schecken­falter ist Melitaea cinxia zwischenzeitlich stark gefährdet. Trotz einer ursprünglich breiten ökologischen Amplitude kommen die Tiere bei uns im Wesentlichen auf steilen, trockenen Hängen mit ungenutzten Kalk-Magerrasen vor.

Die Falter fliegen in einer Generation vorwiegend im Juni und Juli, jedoch gibt es in warmen Jahren auch frühere Beobachtungen.

Die Tiere überwintern offenbar als halberwachsene Raupen. Die Eier werden wohl meist an den Großen Ehrenpreis (Veronica teucrium) abgelegt, die ausgewachsenen Raupen wechseln dann aber an den Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata). Über die Falter-Nahrung fehlen noch gesicherte Erkenntnisse.



Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) - RL 3



Haigerloch-Owingen, 13.06.2012 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 22.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



Rosenfeld, 15.05.2014 (Foto: G. Hermann)



Puppe - Bitz, 31.08.2014 (Foto: F. Treuz)


Der Baldrian-Scheckenfalter ist eine Feuchtgebiets-Art, die gerne dauerhafte Kohldistel-Mädesüßfluren besiedelt. Die Falter können bei uns aber auch in sonnenexponierten Trockengebieten beobachtet werden, solange dort genug Baldrian (Valeriana officinalis) als Raupennahrung vorkommt.

Melitaea diamina fliegt in einer Generation im Juni/Juli. Die Falter saugen an etlichen, meist violetten Korbblütlern und an der Witwenblume (Knautia arvensis).



Ehrenpreis-, Östlicher und Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea aurelia, britomartis und athalia)
- RL 3 -


Alle drei Arten fliegen in einer Generation im Juni/Juli in kalkreichen Trockenstandorten, M.athalia auch in Feuchtgebieten. Die Raupen von M.athalia fressen an Wachtelweizen (Melampyrum pratense) und Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata), die auffällig heller gefärbte Raupe von M.britomartis an Ehrenpreis (Veronica teucrium) und Kleinem Klappertopf (Rhinanthus minor) und M.aurelia vermutlich auch an Wegerich (Plantago spec.).
Weil die drei Arten im gleichen Lebensraum fliegen und sich sehr ähnlich sind, ist die Artbestimmung mitunter ein Glücksspiel. Die Falter auf den folgenden Fotos konnten jedoch aufgrund eindeutiger Merkmale bestimmt werden.


Ehrenpreis-Scheckenfalter
(Melitaea aurelia)


Östlicher Scheckenfalter
(Melitaea britomartis)


Wachtelweizen-Scheckenfalter
(Melitaea athalia)



Burladingen, 02.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt, 01.07.2009 (Foto: B. Köstlin)



Balingen-Ostdorf, 19.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Burladingen, 02.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Salmendingen, 20.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 19.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Mauerfuchs (Lasiommata megera) - RL V



Haigerloch-Stetten, 29.09.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 29.09.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 29.07.2006 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Pfeffingen, 31.08.2013 (Foto: D. Haas)
 



Raupe
Bitz, 22.04.2018 (Foto: F. Treuz)



Raupe verpuppungsbereit
Bitz, 24.04.2018 (Foto: F. Treuz)



Puppe frisch
Bitz, 24.04.2018 (Foto: F. Treuz)



Puppe vor Schlupf
Bitz, 07.05.2018 (Foto: F. Treuz)



Puppe schlupfbereit
Bitz, 09.05.2018 (Foto: F. Treuz)



ex larva Zucht
Bitz, 10.05.2018 (Foto: F. Treuz)


Der Mauerfuchs fliegt bei uns wohl in nur zwei Generationen von Mai bis September auf Halbtrockenrasen mit buschreichen Trockenhängen, oft auf Schafweiden sowie im Bereich von Störstellen am Waldrand. Oft sieht man die Falter auf Steinen oder an mauer­ähnlichen Wänden in der Sonne sitzen.

Wichtigste Nahrungspflanze für den Falter ist die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), aber auch andere rot bis blauviolett blühende Pflanzen werden aufgesucht.

Die Eier werden vorwiegend in leicht erhöhten Randstrukturen an Schaf-Schwingel (Festuca ovina) und Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) abgelegt.



Braunauge (Lasiommata maera) - RL 3



Tieringen, 14.07.2013 (Foto: E. Seggewiße)



Dotternhausen, 04.07.2012 (Foto: D. Mezger)



Dotternhausen, 15.07.2018 (Foto: J. Beurle)


Laut Grundlagenwerk für Baden-Württem­berg hat das Braunauge seinen Verbreitungs­schwerpunkt auf der Schwäbischen Alb. Da ist es regelrecht verwunderlich, dass uns dieser Falter seither nur selten begegnet war.

Der Falter fliegt in einer Generation zwischen Mitte Juni und Mitte August im Bereich von Schutthalden und felsigen Abhängen, auf Kalk-Magerrasen und gebüschreichen Trockenhängen im Muschelkalk und Jura. Die Raupe frisst an Gräsern, genaueres ist für Ba-Wü ebensowenig bekannt wie über die Falternahrung.



Waldbrettspiel (Pararge aegeria)



Grosselfingen, 23.07.2011 (Foto: R. Zwiener)



Geislingen-Erlaheim, 20.05.2009 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Ostdorf, 18.07.2012 (Foto: H. Fuchs)


Auch das Waldbrettspiel ist ein Bewohner der Licht-Schatten-Bereiche von Laubwäldern und ihren Randbereichen. Die Falter fliegen in wenigstens 2 Generationen von April bis September.

Die Weibchen legen die Eier einzeln an verschiedenen Arten von Gräsern ab. Die Überwinterung erfolgt als Raupe oder als Puppe; es gibt Hinweise darauf, dass es eine Aufspaltung in Raupen- bzw. Puppen-Überwinterer gibt. Das ist aber noch nicht ausreichend untersucht.



Weißbindiges Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania) - RL V



Haigerloch-Stetten, 04.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



Bickelsberg, 17.06.2011 (Foto: B.Schlude)



Rangendingen, 04.06.2011 (Foto: H.Fuchs)


Coenonympha arcania fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis Anfang August auf gebüschreichen Halbtrockenrasen und versaumenden Strukturen im Bereich von Hecken und Waldrändern und Wacholderheiden. Der Falter ist leicht an der weißen Binde auf der Hinterflügel-Unterseite zu erkennen - aus dieser springt immer ein "Zahn" in Richtung Flügelwurzel.

Als Nektarpflanzen dienen vorwiegend Liguster (Ligustrum vulgare), später z.B. auch Dost (Origanum vulgare) oder Thymian (Thymus serpyllum). Die Eier werden am Wolligen Honiggras (Holcus lanatus) abgelegt. Die Puppe überwintert.



Rotbraunes Wiesenvögelchen (Coenonympha glycerion) - RL 3



Burladingen, 23.06.2011 (Foto: H.Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 26.06.2008 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 16.06.2014 (Foto: H. Fuchs)


Noch stärker als die vorige Art ist Coenonympha glycerion auf der Alb und im Albvorland eine Art der Wacholderheiden und Schafweiden - der Gehölzanteil spielt dabei keine Rolle. Man findet die Falter meist ab Mitte Juni bis August. Wichtigste Nektarpflanze ist der Dost (Origanum vulgare).

Die Raupen fressen an der Aufrechten Trespe (Bromus erectus) und vertragen im Gegensatz zu manchen anderen Arten offenbar auch stärkere Schafbeweidung.



Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)



Haigerloch-Stetten, 22.04.2011 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 18.07.2007 (Foto: H. Fuchs)



Rangendingen, 20.05.2011 (Foto: H. Fuchs)


Im Gegensatz zu den beiden vorherigen ist Coenonympha pamphilus gewissermaßen eine "Allerweltsart", die in drei Generationen zwischen April und September meist an Störstellen und Wegrändern im Bereich von blütenreichen Mähwiesen anzutreffen ist. Wie alle Wiesenvögelchen sonnt es sich seitlich, das heißt, man bekommt fast nie die Flügel-Oberseite zu Gesicht.
Die Raupen ernähren sich an Straußgras (Agrostis capillaris bzw. stolonifera) aber auch anderen Gräsern.



Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)



♂ Geislingen-Erlaheim, 12.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



♂ Rangendingen, 28.07.2008 (Foto: H. Fuchs)



♀ Balingen-Ostdorf, 24.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



♀ Haigerloch-Stetten, 15.07.2010 (Foto: H. Fuchs)


Das Große Ochsenauge nutzt das gesamte Spektrum des Offenlandes bis hin zum Wald. Im Kulturland fehlt die Art überall dort, wo intensive landwirtschaftliche Nutzung betrieben wird und keine Ausweichflächen wie Böschungen und Grünstreifen vorhanden sind. Das ist im Zollernalbkreis im Grunde nirgends der Fall, so dass wir den Falter zwischen Juni und August überall häufig antreffen können.
Im Juni und Juli sind meist viel mehr Männchen zu sehen, erst ab Ende Juli gibt es Weibchenüberschuss. Ob es hier einen Zusammenhang damit gibt, dass manche, möglicherweise vorwiegend weibliche, Falter im Sommer eine Diapause (= Ruhezeit ohne Aktivität) einlegen, ist noch nicht ausreichend untersucht.
Auf der Suche nach Weibchen patrouillieren die Männchen in langsamem Flug in geeigneten Raupenhabitaten.
Die Raupen fressen an verschiedenen Grasarten und überwintern.



Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus)



♂ Geislingen, 18.06.2008 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 13.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



♀ Rangendingen, 21.06.2010 (Foto: R. Zwiener)

Der Schornsteinfeger gehört zu unseren häufigen Arten und fliegt in vielen verschiedenen Bereichen des Wald- und Offenlandes von Mitte Juni bis Anfang August. Auch im naturnahmen Garten ist er ein eifriger Blütenbesucher. Besonders beliebt ist der Dost (Origanum vulgare), aber auch Kratzdisteln (Cirsium spec.) in Waldrandnähe werden häufig besucht. Die Raupe frisst an vielen verschiedenen Gräsern, auch an Carex-Arten, und überwintert.



Weißbindiger Mohrenfalter (Erebia ligea) - RL V



Nusplingen, 31.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen, 09.07.2011 (Foto: H. Fuchs)



Truchtelfingen, 13.07.2018 (Foto: H. Fuchs)


Erebia ligea fliegt im Bereich der Schwäbischen Alb im Juli und August meist in halbschattigen Tälern in oder am Rand von Buchenwäldern sowie an teilweise stark verbuschten Wacholderheiden. Die Falter saugen in erster Linie an violetten Blüten. Über die Nahrung der Raupen ist in Baden-Württemberg noch nichts bekannt, im Schweizer Jura wird jedoch die Wald-Segge (Carex sylvatica) bevorzugt.

Besonders interessant ist, dass Erebia ligea ein zweijähriger Generationszyklus zugesprochen wird, wenngleich das aus unserem Bundesland noch nicht belegt ist. Aus der Schweiz wird berichtet: "Das kleine Räupchen überwintert das erste Mal fertig in der Eihülle und schlüpft meistens im Mai aus und frisst dann am Tage, bis es etwa 1 cm lang ist. Jetzt frisst die Raupe nur noch bis Ende August. Das zweite Mal überwintert die Raupe im zweitletzten Kleid in einem Grasbüschel. Im Frühling beginnt die Raupe wieder nachts zu fressen, wenn die nähere Umgebung schneefrei ist und die Temperatur in der Abenddämmerung mindestens 5°C beträgt."



Graubindiger Mohrenfalter (Erebia aethiops) - RL 3



Nusplingen, 31.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



BL-Weilstetten, 30.07.2010 (Foto: H. Fuchs)



Nusplingen, 30.07.2010 (Foto: H. Fuchs)

Erebia aethiops fliegt auf der Schwäbischen Alb von Ende Juli bis Anfang September an Waldwegen, Lichtungen von Laubwäldern und angrenzenden trockenen und feuchten Wiesen, aber auch in Wacholderheiden und am Rand von Trockenwäldern.
Die Falter saugen zumeist an violetten Köpfchen- und Scheibenblumen, die Raupen fressen an Gräsern wie z.B. der Aufrechten Trespe (Bromus erectus) oder der Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum).



Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa) - RL V



Haigerloch-Stetten, 09.06.2010 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Erzingen, 06.05.2011 (Foto: B. Schlude)



Hechingen-Beuren, 15.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen-Beuren, 19.05.2019 (Foto: J. Beurle)



Straßberg, 10.05.2020 (Foto: R. Teufel)



Hechingen-Beuren, 10.05.2020 (Foto: J. Beurle)


Erebia medusa ist von den drei in unserem Bereich vorkommenden Arten diejenige mit der weitesten Verbreitung. Sie besiedelt feuchtes bis trockenes Grünland im Albvorland, aber auch die Schwäbische Alb bis in die höchsten Lagen, wobei der Schwerpunkt zwischen 500 und 700 m liegt.

Die Haupt-Flugzeit liegt zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, damit ist Erebia medusa die am frühesten fliegende Mohrenfalter-Art; nur Anfang Juli könnte es zu Überschneidungen mit anderen Arten kommen.

Die Falter saugen wie viele andere zumeist an den violetten Blüten der Witwenblume (Knautia arvensis), aber auch der Besuch von gelben Blüten (z.B. Wiesen-Bocksbart) ist nachgewiesen. Die Eier werden einzeln an Gräser wie z.B. der Aufrechten Trespe (Bromus erectus) und Schafschwingel (Festuca ovina) abgelegt.



Schachbrettfalter (Melanargia galathea)



Haigerloch-Stetten, 06.07.2007 (Foto: H. Fuchs)



Geislingen, 30.06.2010 (Foto: B. Schlude)



Bietenhausen, 28.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Raupe
Erlaheim, 21.05.2011 (Foto: H. Fuchs)


Das Schachbrett ist immer noch weit verbreitet und im Zollernalbkreis bis in die höchsten Lagen vertreten. Die Falter fliegen ab Mitte Juni bis Anfang August, Hauptflugzeit ist jedoch der Juli.

Lebensraum sind wenig gedüngte, blumenreiche Glatthaferwiesen und deren Restbestände im Offenland, aber auch an Waldrändern, hauptsächlich an Böschungen und Dämmen. Besonders zahlreich sind die Tiere auf kalkreichen Mager- und Trockenrasen, vor allem auf Wacholderheiden anzutreffen.

Als Nektarpflanzen überwiegen Flockenblumen (Centaurea spec.), Witwenblume (Knautia arvensis) und Tauben-Skabiose(Scabiosa columbaria), aber auch andere violett blühende Pflanzen. Raupennahrungspflanzen sind verschiedene Gras-Arten, unter anderen der Schaf-Schwingel (Festuca ovina).



Weißer Waldportier (Brintesia circe) - RL 1!



Starzeln, 08.07.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)



Starzeln, 08.07.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)



Starzeln, 08.07.2012 (Foto: H.-M. Weisshap)


Haupt-Verbreitungsgebiet dieses seltenen Falters ist die südliche Oberrheinebene mit den angrenzenden Hügelland. Weil es auch im weiteren Umkreis keinerlei weitere Nachweise gab, musste man zum Zeitpunkt dieser Erstbeobachtung im Jahr 2012 davon ausgehen, dass sich dieser Falter einen "Sturm" genommen und einfach nur verflogen hatte. Zwischenzeitlich hat sich jedoch eine zunächst isolierte Population im Raum Tübingen-Rottenburg mit 2020 im Rahmen einer Untersuchung festgestellt wenigstens 400 Faltern entwickelt und auch in der Umgebung gibt es seither einzelne weitere Nachweise. Man kann also gespannt sein, bis wann B. circe auch bei uns regelmäßig vorkommt.

In der Oberrheinebene fliegt der Falter in einer Generation hauptsächlich in der ersten Juli-Hälfte und bis Anfang September in trockenen, lichten Eichenmischwäldern und in grasreichen Vorwaldstadien sonniger Halbtrockenrasen. Die Raupe frisst an Gräsern, vorwiegend an der Aufrechten Trespe (Bromus erectus).


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