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Nachtfalter im Zollernalbkreis:
          Eulenfalter und Bärenspinner (Noctuoidea) - Teil 2a

Die Überfamilie der Noctuoidea ist weltweit die größte Schmetterlingsfamilie (mit derzeit ca. 35.000 Arten), in Baden-Württemberg sind davon etwas mehr als 500 Arten in 4 Familien und insgesamt 36 Unterfamilien beheimatet. Erst im Jahr 2006 wurde die Familie taxonomisch erweitert und z.B. auch die Bärenspinner (Arctiidae) und die Trägspinner (Lymantriidae) als Unterfamilie eingefügt. Jetzt erfolgte eine neue Revision unter Berücksichtigung genetischer Merkmale.

Bei so einer umfangreichen Familie weisen nicht mehr alle Angehörigen der Familie gemeinsame äußerliche Merkmale auf. Als "Eulen-typisch" könnte der kräftige, oft stark behaarte Körper, gestreckte schmale bis mäßig breite Flügel und die Ruhestellung mit flach oder "dachförmig" über dem Hinterleib zusammengelegten Flügeln gelten. Charakteristisch ist die Flügelzeichnung, die nur aus einer kleinen Anzahl von vielfach variierten Elementen, der so genannten "Eulenzeichnung" besteht. Diese gemeinsamen Merkmale treten allerdings erst bei den entwicklungs­geschichtlich jüngeren Gruppen der Familie auf.

Die einzelnen Familien sind mit so unterschiedlichen Artenzahlen vertreten, dass wir mehrere Unterseiten erstellt haben. Wie bei den Spannern wird der Vorspann jedoch auf allen Seiten abgedruckt.

Die Erebidae im neueren Sinn umfassen die meisten der sogenannten "quadrifinen" Eulen (früher so nach einem Geädermerkmal benannt) sowie die Bären und die Trägspinner. In Deutschland kommen 119 Arten vor, 94 davon in Baden-Württemberg. Als noch nicht gefährdet gelten derzeit 43 Arten, 9 sind vom Aussterben bedroht, 5 sind bereits ausgestorben.

 
 

Familie:
Unterfamilie:

Notodontidae
 

Erebidae
Lymantriinae


Arctiinae


Herminiinae


Hypeninae


weitere Erebidae

Nolidae
 

Noctuidae
 



Trägspinner (Lymantriinae)

Die Unterfamilie der Trägspinner wurde früher als eigenständige Familie geführt. Die Falter sind mittelgroß und den Spinnern ähnlich. Die Männchen tragen gefiederte, die Weibchen fadenförmige Fühler. Mundwerkzeuge, mit denen Nahrung aufgenommen werden könnte, sind nicht vorhanden. Die Weibchen haben deshalb schon beim Schlupf fertig entwickelte Eier, damit sofort nach der Paarung mit der Eiablage begonnen werden kann. Bei manchen Arten kommt es von Zeit zu Zeit zu Massenvermehrungen, weshalb für die Unterfamilie auch der Name "Schadspinner" verwendet wird. von den 12 Arten gelten derzeit 8 als ungefährdet.


Schwarzes L (Arctornis l-nigrum)



Bitz, 08.11.2014 (Foto: F. Treuz)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 03.11.2014 (Foto: F. Treuz)



Ei-Gelege - Bitz, 21.07.2014 (Foto: F. Treuz)



Ei-Gelege - Bitz, 26.07.2016 (Foto: F. Treuz)



Raupe - Bitz, 21.09.2014 (Foto: F. Treuz)



Raupe - Bitz, 29.10.2014 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 29.10.2014 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 29.10.2014 (Foto: F. Treuz)


Arctornis l-nigrum kommt in ganz Baden-Württemberg vor, ohne dass eine Schwer­punkt­bildung erkennbar ist. Die Falter fliegen in einer Generation im Juni/ Juli im Bereich buchenreicher Laubmischwälder, kommen aber durchaus auch im Siedlungsbereich ans Licht.

Die Raupen leben vom Spätsommer/ Herbst an, überwinternd, bis April/ Mai an Rotbuche (Fagus sylvatica), aber auch Sal-Weide (Salix caprea) und Linde (Tilia spec.) sind als Nahrungspflanzen aus unserem Bundesland nachgewiesen.



Schwammspinner (Lymantria dispar)



Haigerloch-Stetten, 19.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 21.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 21.07.2018 (Foto: H. Fuchs)


Das Weibchen des Schwammspinners klebt bald nach der Kopula einen "Haar­teppich" auf die Unterlage und legt darauf seine Eier ab, so dass ein schwamm­artiges Gebilde entsteht - daher der Name. Immer wieder kommen Massen­vermehrungen vor, wodurch durchaus kräftige Schäden entstehen können.

Der Verbreitungsschwerpunkt im Land liegt im Oberrheinischen Tiefland, Nach­weise aus unserem Raum sind deutlich seltener.

Die Falter fliegen im Juni/ August in warmen, lichten Laubmischwäldern und Forstkulturen sowie gebüsch- und baumreichen Siedlungsgebieten.

In Zeiten von Massenvermehrung ist das Nahrungsspektrum der Raupen nahezu unbegrenzt. Auf der Suche nach Nahrung fallen sie nach dem kahlgefressenen Wald auch in die benachbarten Getreide-, Erdbeer- und sogar Spargelfelder ein. Ansonsten beschränken sie sich auf eine Reihe von Laubgehölzen, zumeist Eichen (Quercus spec.), aber auch Hainbuche, Rotbuche und Rosengewächse wie z.B. Obstbäume.



Nonne (Lymantria monacha)



Haigerloch-Stetten, 24.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Binsdorf/ Rosenfeld, 30.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 09.07.2016 (Foto: H. Fuchs)



Albstadt-Burgfelden, 07.07.2018 (Foto: F. Treuz)


Im Gegensatz zum Schwammspinner ist die Nonne ziemlich gleichmäßig über ganz Baden-Württemberg verbreitet. Von daher ist es recht verwunderlich, dass es erst wenige aktuelle Nachweise aus dem Zollernalbkreis gibt.

Die Falter fliegen in einer Generation haupt­sächlich im Juli/ August in Laub- und Nadel­wäldern, auch in reinen Fichten-Monokulturen, seltener im Siedlungs­gebiet.


Die Raupen leben im Mai/ Juni an einer Vielzahl von Nadel- und Laubgehölzen, darunter nicht nur die Fichte (Picea abies), sondern sogar weitaus häufiger die Rotbuche (Fagus sylvatica). Auch andere Laub- und Nadelgehölze sind als Nahrungspflanzen nach­gewiesen. Überwinterungsstadium ist das Ei.



Goldafter (Euproctis chrysorrhoea)



Haigerloch-Owingen, 21.06.2019 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 16.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 19.06.2018 (Foto: H. Fuchs)



Schreckstellung
Haigerloch-Stetten, 19.06.2018 (Foto: H. Fuchs)


Der Goldafter hat seinen Namen wegen des goldgelb-braunen Afterbuschs erhalten, mit dem das Weibchen sein Eigelege bedeckt. Die Verbreitung des Goldafters beschränkt sich im Wesentlichen auf den westlichen Landesteil. Im Zollernalbkreis war der Nachweis 2014 in Haigerloch-Stetten der erste seit über 30 Jahren.

Die Falter fliegen hauptsächlich im Juni/ Juli im Bereich von Laubgehölzen der offenen Landschaft, auch Obstbäume und Sträucher und Gebüsche gehören dazu.

Die Raupen leben ab Herbst, überwinternd, bis Mai in "Nestern" an einer Vielzahl von Laubgehölzen. In unserem Bundesland sind laut EBERT 27 Pflanzenarten von 10 verschiedenen Pflanzenfamilien als Nahrungspflanze nachgewiesen.



Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda)



Haigerloch-Stetten, 10.05.2015 (Foto: H. Fuchs)



Balingen-Frommern, 23.09.2003 (Foto: B. Schlude)



Haigerloch, 18.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Balingen, 05.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 16.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 21.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



aus der Raupe gezogen
Bitz, 10.05.2015 (Foto: F. Treuz)



aus der Raupe gezogen
Bitz, 10.05.2015 (Foto: F. Treuz)



Puppe
Bitz, 03.03.2016 (Foto: F. Treuz)


Die erwachsenen Raupen sieht man oft im Herbst, wenn sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Verpuppungsplatz begeben. Der leuchtendrote "Pinsel" am Hinterteil der Raupe hat der Art auch den Namen "Rotschwanz" gegeben.

Der Buchen-Streckfuß, ursprünglich ein reiner Laubwaldbewohner, hat sich inzwischen auch gut an das baum- und gebüschreiche Kulturland anpassen können.

Die Flugzeit ist ziemlich lang gedehnt; je nach Witterung und Höhenlage können Falter von April bis in den August hinein festgestellt werden. Der Name "Streckfuß" wird durch die typische Ruhehaltung verständlich. Auf den Falter-Bildern ist jeweils ein Männchen zu sehen.



Ginster-Streckfuß (Gynaephora fascelina) - RL 2



Geislingen, 29.05.2011 (Foto: B. Schlude)



Burladingen, 23.05.2009 (Foto: H. Masur)



Burladingen, 23.05.2009 (Foto: H. Masur)



Burladingen, 06.05.2015 (Foto: H. Masur)


Der Ginster-Streckfuß war laut EBERT früher weit verbreitet, doch Nachweise nach 2000 gibt es in unserem Bundesland praktisch nur noch aus dem Bereich zwischen Südost-Schwarzwald und der Südwestalb. Über die Gründe für den starken Rückgang kann wohl nur spekuliert werden - wie so oft werden Lebensraumveränderungen u.a. durch Sukzession und Nutzungsänderung vermutet.

Die Falter fliegen vermutlich nur von Mitte Juni bis Mitte Juli in der trockenen Offenland­schaft, vorzugsweise auf Kalk-Magerrasen an Wegrändern und Böschungen. Abweichend vom Namen fressen die Raupen an eine Vielzahl von krautigen und holzigen Pflanzen. Wegen der geringen Anzahl von Nachweisen sind hierzu jedoch noch keine verlässlichen Angaben möglich.


Der Nachweis in Geislingen (leider gibt's kein schönes Foto) ist unser seither einziges Falter-Foto. Glücklicherweise konnte Hannes Masur ein paar Raupen am Nähberg fotografieren.



Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua)



Haigerloch-Stetten, 30.08.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 25.06.2009 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 17.07.2010 (Foto: R. Zwiener)



Raupe
Grosselfingen, 26.06.2010 (Foto: R. Zwiener)



Paarung
Haigerloch-Stetten, 30.09.2015 (Foto: H. Fuchs)



Weibchen bei der Eiablage
Hechingen, 05.07.2014 (Foto: H. Fuchs)


Der Schlehen-Bürstenspinner tritt von Anfang Juni bis in den Oktober hinein auf. Die Männchen können im Spätsommer im Sonnen­schein vor allem an Wald- und Wegrändern beobachtet werden, wie sie in raschem Flug auf der Suche nach frisch geschlüpften Weibchen dahineilen. Diese sind mit ihren winzigen Flügelstummeln flugunfähig und locken die Männchen mit Sexuallockstoffen an.

Die erwachsene Raupe des Schlehen-Bürstenspinners zeigt besonders schön die für alle "Bürstenspinner"-Arten typischen bürsten­artigen Haarschöpfe auf dem Rücken und die pinselartigen schwarzen Fortsätze.

Einen interessanten Zuchtbericht finden Sie hier.



Bärenspinner (Arctiinae)

Der Name "Bärenspinner" leitet sich vom Aussehen der meist stark behaarten Raupen ab. Von den 40 in Baden-Württemberg vorkommenden Arten gehört je etwa die Hälfte zu den "großen" Bären und zu den "Flechtenbärchen". 14 Arten sind noch ungefährdet, 4 vom Aussterben bedroht und 5 bereits ausgestorben.
Die "großen" Bären fallen meist durch ihre Buntheit auf, bei der es sich um eine Warntracht handelt. Die Raupen der Flechtenbärchen ernähren sich von Flechten. Die Falter haben schmale Flügel, die in der Ruhestellung nach hinten gelegt werden, was ihnen ein längliches Aussehen verschafft. Die Falter der Gattung Eilema werden in "Flachflügel-" und "Rollflügel-Arten" unterteilt. Im Gegensatz zu den "großen" Bären haben die Flechtenbärchen Saugrüssel und können damit Nahrung aufnehmen.


Rundflügel-Flechtenbärchen (Thumatha senex) - RL V



Haigerloch-Stetten, 05.08.2010 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 06.08.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 21.07.2016 (Foto: H. Fuchs)


Das Rundflügel-Flechtenbärchen kommt in Baden-Württemberg schwerpunktmäßig in der nördlichen Oberrheinebene und im Alpenvorland vor. Von der Schwäbischen Alb liegen laut EBERT nur wenige Meldungen vor und aus unserem Raum gab es noch gar keine Meldungen. Die Funde von 2010 und 2015 stellen also eine Besonderheit dar.

Die Falter fliegen von Juni bis August im Bereich von Röhrichtgesellschaften und Weidengebüschen, bachbegleitenden Erlenbeständen und angrenzenden Feuchtwiesen. Mit ihrem verkümmerten Saugrüssel können sie keine Nahrung aufnehmen.

Über die Raupen und ihre Nahrung ist aus unserem Bundesland noch nichts bekannt. In der Literatur werden zwar Moose und Flechten genannt, aber auch anderswo besteht noch weiterer Forschungsbedarf.



Rosen-Flechtenbärchen (Miltochrista miniata)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 14.07.2018 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 21.06.2017 (Foto: H. Fuchs)


Miltochrista miniata kommt in Baden-Württemberg schwerpunktmäßig im nördlichen Oberrheingraben und dem Kraichgau vor, Nachweise von der Schwäbischen Alb und dem Albvorland waren seither recht rar.

Die Falter fliegen von Juni bis August in vielerlei eher feuchten Wald-Lebensräumen. Über die Raupen ist noch zu wenig bekannt. Als Nahrung werden in der Literatur Flechten und Grünalgen genannt, doch Genaues weiß man wohl noch nicht.



Elfenbein-Flechtenbärchen (Cybosia mesomella)



Haigerloch-Stetten, 31.05.2007 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 25.06.2013 (Foto: H. Fuchs)


Das Elfenbein-Flechtenbärchen kommt in allen Räumen des Landes vor mit einem Schwerpunkt auf der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland. Die Falter fliegen im Juni/ Juli in sehr vielfältigen Lebensräumen, besonders häufig in mosaikreichen Land­schaften mit trockenen bis feuchten Wiesen-Gebüsch-Anteilen.

Über die Raupen und ihre Nahrung ist aus unserem Bundesland nur wenig bekannt.



Vierpunkt-Flechtenbärchen (Lithosia quadra) - RL 2



♂ Haigerloch, 26.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



♂ Haigerloch-Owingen, 22.09.2017 (Foto: H. Fuchs)



♂ Haigerloch-Stetten, 14.10.2017 (Foto: H. Fuchs)



♂ Haigerloch-Owingen, 01.08.2014 (Foto: H. Fuchs)



♀ Haigerloch-Stetten, 01.08.2014 (Foto: H. Fuchs)



♀ Bitz, 02.07.2018 (Foto: F. Treuz)


Lithosia quadra ist unter den einheimischen Flechtenbärchen die größte und auffälligste Art. Im Gegensatz zu den unscheinbar gefärbten Männchen tragen die Weibchen auf den Vorderflügeln je zwei große blau­graue Punkte. In unserem Raum gab es bis vor Kurzem noch keine Nachweise dieser Art.

Die Falter fliegen von Juni bis August/ September in einer Vielzahl von Wald- Lebensräumen, aber auch im Bereich der gebüsch­reichen Trockenhänge im Jura- und Muschelkalkgebiet. Hinzu kommen reich gegliederte Siedlungsräume mit Gärten und Park­anlagen. Möglicherweise ist der Falter vom Oktober 2017 schon ein Nachkomme der frühen Falter und gehört damit vermutlich einer zweiten Generation an.

Die Raupen leben überwinternd von Herbst bis Juni an Rindenflechten von Laub- und Nadelbäumen.



Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis)



Balingen, 16.06.2013 (Foto: H. Fuchs)



Hechingen, 01.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 30.08.2014 (Foto: F. Treuz)



Bitz, 05.10.2014 (Foto: F. Treuz)


Atolmis rubricollis ist im ganzen Land verbreitet, findet aber in den waldreichen Gebiete des Alpenvorlandes und der Schwäbischen Alb und Schwarzwald ihren Schwerpunkt.

Die Falter fliegen von Mitte Mai bis Ende Juli in ganz unterschiedlichen Lebensräumen. In unserem Raum sind es bevorzugt laubholzreiche Wälder frischer bis trockener Standorte, darunter reine Buchenwälder, steile Muschelkalkhänge mit Trockenrasengesellschaften und Laubgehölzen.

Die Raupen leben wohl von Juli bis Mitte Oktober an allerlei Flechtenarten.



Nadelwald-Flechtenbärchen (Eilema depressa)



Bitz, 24.09.2014 (Foto: F. Treuz)



Geislingen, 30.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 05.10.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 26.08.2014 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Raupe
Bitz, 27.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Puppenhülle
Bitz, 19.07.2015 (Foto: F. Treuz)



Raupe mit Parasitioden-Puppe (Raupenfliege)
Bitz, 19.07.2015 (Foto: F. Treuz)


Das Nadelwald-Flechtenbärchen ist flächen­haft über das ganze Land verteilt. Die Falter fliegen von Mitte Juni bis August, gelegent­lich auch in einer partiellen 2. Generation bis Oktober in praktisch allen Arten von Gehölzen mit hohem Baum-Anteil; gerne im Bereich von Nadelwäldern aber durchaus auch im Siedlungsbereich.

Die Raupen leben überwinternd vom Herbst bis Juni an Rindenflechten von Nadel­hölzern, vielleicht auch an Grünalgen.



Grauleib-Flechtenbärchen (Eilema lurideola)



Balingen, 16.07.2012 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 19.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Oberdigisheim, 24.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



♀ - Bitz, 09.08.2016 (Foto: F. Treuz)



Eier des ♀ links - Bitz, 12.08.2016 (Foto: F. Treuz)


Eilema lurideola kommt im ganzen Land vor, schwerpunktmäßig in waldreichen Gebieten u.a. der Schwäbischen Alb. Die Falter fliegen im Juli/ August in nahezu allen Waldtypen, auch in den felsenreichen Magerrasen der Jura- und Muschelkalk­gebiete.

Die Raupen leben überwinternd vom Herbst bis Juni an Rindenflechten von Bäumen, aber auch an Felsflechten auf Steinen sowie Grünalgen und Moosen.



Weißgraues Flechtenbärchen (Eilema caniola) - RL V



Haigerloch, 26.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bad Imnau, 26.09.2014 (Foto: H. Fuchs)


Eilema caniola ist wohl erst in den 1930er Jahren aus der Schweiz in die Kaiserstuhl-Gegend eingewandert. In den 1960ern wurde sie auch im Bodenseeraum gefunden, doch erst seit der Jahrtausendwende breitet sie sich weiter aus. Die ersten Nachweise aus unserem Raum stammen von 2013, die Falter werden alllerdings nicht oft gefunden. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Verwechslungen mit Eilema complana möglich sind.

Die Falter fliegen wohl in zwei Generationen von Mai bis Oktober im Bereich von Felsbiotopen und in Siedlungen, wo ihre Raupen an Krustenflechten auf Felsen, Mauern und Dächern leben. Aus anderen Gegenden sind Fälle bekannt, in denen die erwachsenen Raupen in Häuser eindrangen, an deren Außenwänden sie sich entwickelt hatten.



Gelbleib-Flechtenbärchen (Eilema complana)



Haigerloch-Stetten, 24.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 24.06.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 13.07.2007 (Foto: H. Fuchs)



Raupe - Grosselfingen, 14.10.2012 (Foto: R. Zwiener)


Wie das auf den ersten Blick sehr ähnliche Grauleib-Flechtenbärchen ist Eilema complana im ganzen Land verbreitet. Die Falter fliegen von Juni bis August im gesamten Spektrum feuchter bis trockener Wälder und Forsten, auch in Kleinbiotopen an Felsen und Mauern bis in den Siedlungsbereich gefunden werden können.

Die Raupen leben überwinternd von Herbst bis Mai/ Juni an Rindenflechten auf Laub­hölzern und Zwersträuchern, an Fels- und Erdflechten, möglicherweise auch an Grünalgen ud Moosen.



Dottergelbes Flechtenbärchen (Eilema sororcula)



Haigerloch-Owingen, 10.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 30.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 10.06.2015 (Foto: F. Treuz)


Eilema sororcula ist bei uns die jahres­zeitlich früheste Art der Gattung. Die Falter fliegen im Mai/ Juni in vielerlei Lebens­räumen mit einem leichten Schwerpunkt auf laubholzreichen Wäldern, auch im Bereich von Felsen und Geröllhalden. Mitunter gibt es eine zweite Generation im Juli/ August.

Die Raupen leben im Sommer an baum- und steinbewohnenden Flechten und Algen. Die Puppe überwintert.



Breitflügeliger Fleckleibbär (Spilosoma lubricipeda)



Haigerloch-Stetten, 30.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch, 15.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 30.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 30.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 04.06.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex ovo-Zucht - Bitz, 03.08.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex ovo-Zucht - Bitz, 24.07.2015 (Foto: F. Treuz)



Ex ovo-Zucht - Bitz, 03.03.2016 (Foto: F. Treuz)



Ex ovo-Zucht - Bitz, 03.03.2016 (Foto: F. Treuz)


Die Flugzeit des Breitflügeligen Fleckleibbären beginnt Anfang Mai und zieht sich relativ lange hin. Noch Ende August werden vereinzelt Falter gefunden. Dies deutet darauf hin, dass dieser Bärenspinner zumindest teilweise noch eine zweite, unvollständige Generation aufweist. Überwinternde Raupen parallel zur üblichen Winterruhe als Puppe scheinen dies zu untermauern.

Der Breitflügelige Fleckleibbär kommt bei uns in nahezu allen Naturräumen vor, mit Schwerpunkten in lichten Auenwäldern und deren Randbereichen. Seine behaarte Raupe besitzt ein breites Nahrungsspektrum.

Kennzeichnend für die Art sind die schwarz punktierten Flügel, die allerdings auch der Schmalflügelige Fleckleibbär besitzt, bei diesem aber normalerweise viel schwächer vorhanden sind; absolute Gewissheit bringt daher nur die Genitaluntersuchung.



Gelber Fleckleibbär (Spilarctia lutea)



♀ Geislingen, 06.06.2014 (Foto: B. Schlude)



♂ Haigerloch-Stetten, 29.05.2015 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 19.07.2014 (Foto: H. Fuchs)



Bitz, 13.09.2014 (Foto: F. Treuz)


Spilosoma lutea ist in ganz Baden-Württemberg verbreitet und Schwerpunkte sind nicht zu verzeichnen. Die Falter fliegen von Mai bis Juli in einer Vielzahl von Lebensräumen, wie Gärten, Brachflächen, Wiesen und Hochstaudenfluren an Wald­rändern, Waldwegen, Lichtungen usw.

Die Raupen leben vom Spätsommer bis Oktober ohne Bindung an eine spezielle Pflanzen­gesellschaft an verschiedenen Kräutern, aber auch an Sträuchern wie Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder Schneebeere (Symphoricarpos albus). Die Puppe überwintert.

Alle Fleckleibbären zeigen dasselbe Verhalten, wenn sie mit Fressfeinden in Berührung komen: Sie stellen sich mit angelegten Flügeln und gekrümmtem Hinterleib tot. Dabei dient der gelbe, schwarz gefleckte Hinterleib als Warnsignal.



Graubär (Diaphora mendica)



♂ Haigerloch-Hart, 20.05.2013 (Foto: H. Fuchs)



♂ Haigerloch-Bad Imnau, 16.05.2014 (Foto: H. Fuchs)



♀ Geislingen-Erlaheim, 21.05.2009 (Foto: H. Fuchs)



♀ Geislingen-Erlaheim, 21.05.2009 (Foto: H. Fuchs)


Der Graubär ist in allen Naturräumen des Landes mit unterschiedlicher Dichte und Häufigkeit vertreten. Die Schwäbische Alb ist eher dünn besiedelt. Die Falter fliegen in einer Generation im Mai/ Juni in vielerlei Lebensräumen wie Halbtrockenrasen, Laubmischwäldern bzw. deren Randbereichen, aber auch in Brachflächen, Gärten und Parkanlagen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Färbung: Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Männchen grau, die Weibchen rein weiß.

Die Raupen sind vom Spätsommer bis Oktober an einer Vielzahl von Pflanzen zu finden. Die Puppe überwintert.

Das Verhalten der Falter gegenüber Lichtquellen ist unterschiedlich: 95% der am Licht erscheinenden Tiere sind Männchen. Diese sind offenbar die ganze Nacht über aktiv, kommen aber meist zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden ans Licht.



Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa)



Haigerloch, 26.07.2009 (Foto: H. Fuchs)



Grosselfingen, 14.04.2011 (Foto: R. Zwiener)



Bitz, 08.07.2014 (Foto: F. Treuz)



Raupe, an Brennnessel gefunden
Bitz, 22.09.2017 (Foto: F. Treuz)



Jungraupe
Haigerloch-Stetten, 15.08.2009 (Foto: H. Fuchs)



Raupe L5
Haigerloch-Stetten, 29.01.2014 (Foto: H. Fuchs)



Raupe auf dem Weg zur Verpuppung
Haigerloch-Stetten, 21.02.2007 (Foto: H. Fuchs)



Puppenkokon
Bitz, 29.04.2018 (Foto: F. Treuz)



Puppe freigelegt
Bitz, 29.04.2018 (Foto: F. Treuz)



Falter, frisch geschlüpft
Bitz, 13.05.2018 (Foto: F. Treuz)


Dieser Schmetterling gehört bei uns zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten Bärenspinnern. Er bildet zwei Generationen aus und ist ab Mitte April bis Ende September anzutreffen.

Der Lebensraum umfasst den gesamten Bereich des Offenlandes bis hin zu den Wäldern und Gebüschen. Die Nahrung der Raupe wird durch eine Vielzahl von Kräutern und Hochstauden gebildet. An Gehölzen ist nur die Schlehe als Nahrungspflanze bekannt.

Die Art überwintert als Raupe und ist manchmal sogar über Schnee wandernd anzutreffen.



Brauner Bär (Arctia caja) - RL 3



Geislingen, 30.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 23.07.2017 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Owingen, 01.08.2013 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 12.06.2011 (Foto: H. Fuchs)


Der braune Bär wird immer noch recht häufig als Raupe gefunden; von ihrem dichten schwarzbraunen "Pelz" leitet sich auch sein Name ab. Die Art ist durch eine ökologische Vielfalt gekennzeichnet und kommt in sehr vielen verschiedenen Lebensräumen vor, dementsprechend findet man die Raupe an unterschiedlichsten Pflanzenarten.

Der große Falter selber, der mit seinen in Schreckstellung sichtbaren zinnoberroten


Hinterflügeln zu unseren farbenprächtigsten heimischen Schmetterlingen und bekanntesten Bärenspinner-Arten zählt, ist hingegen mittlerweile selten anzutreffen.

Er fliegt in einer Generation von Ende Juni bis Mitte September und kommt auch gerne ans Licht. In früheren Zeiten war er sogar mitten in den Städten in großer Zahl zu beobachten.



Wegerichbär (Arctia plantaginis) - RL 3



Albstadt-Laufen, 08.07.1984 (Foto: H. Fuchs)



Winterlingen, 13.06.2013 (Foto: H.-M. Weisshap)



Winterlingen, 13.06.2013 (Foto: H.-M. Weisshap)



Albstadt, 31.05.2015 (Foto: H. Hermann)


Arctia (Parasemia) plantaginis fliegt in allen Bereichen des Landes mit Ausnahme der Talebenen von Neckar und Iller und des Bodensees. Obwohl er laut Literatur auf der Schwäbischen Alb weit verbreitet ist, fehlten uns aktuelle Nachweise und es existierte nur das unscharfe Foto vom Untereck aus dem Jahr 1984 - bis dann 2013 erstmals ein aktueller Nachweis bei Winterlingen gelang.

Die Falter fliegen in einer Generation hauptsächlich im Juni in allen möglichen Lebens­räumen. Sie sind wohl in distelbewachsenen Lichtungen leicht aufzuscheuchen, fliegen dann aber bestenfalls 10m und setzen sich dann schnell wieder hin. Möglicherweise werden sie deshalb oft übersehen.

Die Raupen leben überwinternd von Herbst bis Mai "an Wegerich". Mangels ausreichender Raupenfunde ist über die Nahrung aber noch zu wenig bekannt.



Augsburger Bär (Arctia matronula) - RL 1



Bietenhausen, 05.07.1991 (Foto: R. Herrmann)


Der Augsburger Bär hat Mitteleuropa vermutlich in der Wärmeezeit vor über 5.000 Jahren von Asien her besiedelt. Die wärmeliebende Art wurde noch bis Ende des letzten Jahrhunderts vereinzelt in wärmebegünstigten Landschaften unseres Bundeslandes gefunden, z.B. an den Lössbergen der Kaiserstuhl-Gegend, in den Muschelkalk- und Keuperlandschaften am Oberen Neckar und an den südexponierten Traufen der Schwäbischen Alb oder des Oberen Donautals.

Seither wurde diese größte Bärenspinner Europas nur noch einmal gefunden und es ist davon auszugehen, dass er aus der europäischen Kulturlandschaft ganz verschwinden wird. Die hier gezeigte Aufnahme stammt vom NSG Kapfhalde bei Bietenhausen, wo der Falter in den Jahren 1979 und 1991 von J.-U.Meineke gefunden wurde. Er hat uns auch die Aufnahme von R.Herrmann zur Verfügung gestellt, der ihn 1991 begleitet hatte.



Purpurbär (Diacrisia purpurata) - RL 3



 
Hechingen-Beuren, 13.07.1984 (Foto: G. Ebert)



Ex-Larva-Zucht
Grosselfingen, 06.05.2014 (Foto: R. Zwiener)



Ex-Larva-Zucht
Grosselfingen, 06.05.2014 (Foto: R. Zwiener)



 
Grosselfingen, 01.10.2013 (Foto: R. Zwiener)



nach Überwinterung
Grosselfingen, 31.03.2014 (Foto: R. Zwiener)


In Baden-Württemberg ist die Verbreitung des Purpurbären inselartig aufgelöst und aus vielen Gegenden des Landes ist er zwischenzeitlich ganz verschwunden. Aus dem Zollernalbkreis gab es nur den einen Nachweis von der Beurener Heide, der im EBERT abgebildet war, bis im Jahr 2013 plötzlich ein paar Raupen in einem Haus­garten in Grossefingen gefunden wurden. Daher stammen nun die weiteren Fotos.

Die Falter fliegen im Juni/ Juli im Bereich von Trocken- und Halbtrockenrasen.


Die Raupen sind ab Herbst, überwinternd, bis Mai zu finden, wohl häufig auf Brachland, in Gärten, an Bahndämmen und auf Truppenübungsplätzen. Die Raupennahrung besteht aus einer Vielzahl von krautigen Pflanzen, häufig an Labkräutern (Galium spec.) und Wiesen-Salbei (Salvia pratense).



Rotrandbär (Diacrisia sannio)



♂ Haigerloch-Owingen, 10.05.2007 (Foto: H. Fuchs)



♀ Haigerloch-Owingen, 23.05.2011 (Foto: H. Fuchs)



♂ Haigerloch-Stetten, 19.08.2011 (Foto: H. Fuchs)



♀ Grosselfingen, 12.08.2010 (Foto: R. Zwiener)



♂ Grosselfingen, 14.08.2010 (Foto: R. Zwiener)



♂ Haigerloch-Stetten, 25.05.2014 (Foto: H. Fuchs)


Die leuchtend gelbe Vorderflügelfärbung, von der sich der rosafarbige Flügelrand (Name!) und der "Diskalfleck" wirkungsvoll abheben, kennzeichnet das Männchen.

Das kleinere Weibchen hingegen ist hell rötlichbraun gefärbt. Vor allem das Männchen lässt sich auch tagsüber bei kurzen Flügen beobachten oder leicht aus den Wiesen aufscheuchen, während das Weibchen eher flugträge ist und sich meist am Boden verbirgt.

Außer im Wirtschaftsgrünland mit seinen überdüngten, mehrfach gemähten Fettwiesen lässt sich der Rotrandbär in verschiedenen Wiesenbiotopen antreffen und bevorzugt in unserer Gegend extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen.



Schönbär (Callimorpha dominula) - RL V



Geislingen, 25.06.2008 (Foto: D. Mezger)



Haigerloch-Owingen, 14.07.2013 (Foto: H. Fuchs)



Geislingen, 25.06.2008 (Foto: D. Mezger)



Balingen, 10.05.2017 (Foto: D. Mezger)



Hausen a.T., 19.07.2017 (Foto: G. Pfister)


Der Schönbär ist in Baden-Württemberg in den waldreichen Gebieten zuhause. Die Flugzeit dieser "univoltinen" (= in einer Generation fliegenden) Art dauert von Mitte Juni bis Anfang August.

Er überwintert als kleine unauffällige Raupe. Im Frühjahr erinnern diese wegen ihrer gelbschwarzen Färbung zunächst an diejenigen vom Kleinen Fuchs - vor allem, wenn sie noch auf Brennnesseln sitzen.


Seinen Nektar findet der Falter vor­wiegend an Disteln, frühzeitig erblühtem Wasserdost sowie an Bärenklau. Die Falter fliegen auch gerne tagsüber im Sonnenschein.



Spanische Fahne (Euplagia quadripunctaria)



Starzeln, 12.08.2011 (Foto: H. Fuchs)



Starzeln, 06.08.2011 (Foto: H.-M. Weisshap)



Starzeln, 06.08.2011 (Foto: H.-M. Weisshap)



Haigerloch-Stetten, 20.07.2016 (Foto: H. Fuchs)



Haigerloch-Stetten, 03.08.2016 (Foto: H. Fuchs)


Die Spanische Fahne (besser bekannt als Russischer Bär) ist die einzige "prioritäre" Schmetterlingsart in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie für Baden-Württemberg. Das bedeutet, dass für sie Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Die Spanische Fahne fliegt in einer Generation von Mitte Juli bis Anfang September. Damit fällt die Flugzeit mit der Hauptblütezeit des Wasserdosts (Eupatorium cannabinum) zusammen


und man sieht die Falter oft im Hochsommer auf Waldwegen an dessen Blüten saugen. Gerne nehmen sie auch andere violettfarbige Blüten wie etwa Disteln oder Skabiosen, wo sie manchmal gemeinsam mit Widderchen zu beobachten sind (wie auf dem Foto links mit einem Bergkronwicken-Widderchen).

Die Raupe lebt an allerlei krautigen Pflanzen und scheint dabei Himbeere (Rubus idaeus) und das Fuchs' Greiskraut (Senecio fuchsii) zu bevorzugen.


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