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Ein Baugebiet in Haigerloch Hart
Wie man mit Desinformation Stimmung machen kann


Zunächst der Bericht von der Sitzung des Ortschaftsrats in der Presse.



Schwarzwälder Bote, 14.10.2020

Etliche der besonders von Gregor Biesinger (ehemaliger Gemeinderat und örtlicher Unternehmer) vorgetragenen Vorwürfe sind nicht haltbar. Ein Vorwurf lautet, die Naturschutzverbände wollten den Einheimischen das Bauen verbieten. Das ist natürlich falsch, denn schon seit 2010 geht es ausschließlich darum, dass ein Baugebiet an dieser Stelle aus Naturschutzgründen ungeeignet ist. Wir zitieren aus → zwei Stellungnahmen.

Dann geht es los: Zuerst äußert sich Dr. Michael Thorwart, zuletzt aktiv im Kampf der Bürgerinitiative "Gegenwind" gegen eine Vorranggebietsplanung des Regionalverbands zugunsten von denkbaren Windenenrgieanlagen im "Dreiländereck" Grosselfingen-Haigerloch-Rangendingen.


Schwarzwälder Bote, 16.10.2020 (gleichlautend in der Hohenzollerischen Zeitung)

Faktencheck:
Der größte Teil dieses Leserbriefs ist reine Hetze, dient offenbar vorrangig der Verunglimpfung von Personen im Umfeld des NABU Haigerloch-Rangendingen und aus unserer Sicht erübrigt sich ein Kommentar dazu.
Der Brief enthält jedoch eine "Tatsachenbehauptung": Der NABU Haigerloch habe einen großen Windpark unterstützt.
Thorwart hatte das schon mehrfach behauptet, es ist und bleibt jedoch unwahr. Das ist auch unschwer seit 2017 auf der Seite des NABU-Kreisverbandes nachzulesen (→ Beleg)

Der nächste Leserbrief kommt von Jürgen Müller, einem Aktiven der verunglimpften NABU-Gruppe. Er möchte die Auseinandersetzung auf die Sachebene bringen.


Schwarzwälder Bote, 19.10.2020 (gleichlautend in der Hohenzollerischen Zeitung)

Dann werden zwei Leserbriefe gleichzeitig veröffentlicht: von Hans-Martin Weisshap, einem Aktiven im NABU Hechingen und im NABU Zollernalb und von Egidius Fechter, wie Thorwart aktiv in der BI "Gegenwind".


Schwarzwälder Bote, 20.10.2020


Schwarzwälder Bote, 20.10.2020

Fechters Leserbrief vermeidet erfreulicherweise die hetzerische Sprache, inhaltlich bedient er jedoch munter die Klaviatur der Stimmungsmache und damit verlässt auch er häufig die Ebene der sachlichen Auseinandersetzung. Die Forderung nach "Anwälten für den Menschen" ist dabei recht wohlfeil: Die Welt ist voller "Anwälte für Menschen" und oft genug sind es gerade wir Natur­schützer, die die Interessen der Menschen vertreten. Einfaches Beispiel: Das Eintreten für den Schutz von Wildbienen sorgt gleichzeitig dafür, dass z.B. Obstanlagen nicht von Hand bestäubt werden müssen. Forderungen nach dem Vorrang des Menschen gegenüber der Natur gehen wie auch hier meist Hand in Hand mit der Absicht, die Zerstörung von Natur durchsetzen zu helfen.

Trotzdem wollen wir auf ein paar Argumente eingehen.

Faktencheck:
1. "Einmischung in innere Anlegenheiten eines Dorfes"
Der LNV-Arbeitskreis bezieht im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags Stellung zur Planungen der öffentlichen Hand. Die Frage, ob Gesetze eingehalten werden (müssen) oder nicht, ist keine innere Angelegenheit von Hart.
2. "Mehrere Obstanlagen ersetzen die alten, jetzt aufgelassenen Bäume bei Weitem"
Falsch! Die Obstanlagen des OGV Hart (die sind vermutlich gemeint) sind naturschutzfachlich weit weniger wertvoll als eine 20.000 qm große Obstwiese mit vielen z.T. sehr alten Bäumen.
3. "Mit kleinem Aufwand zu korrigierender Eingriff in die Natur"
Man muss sich nur die schon bisher vom Planungsbüro für erforderlich gehaltenen Maßnahmen genauer anschauen und ggf. auch mal den Aufwand (nicht nur aber auch den finanziellen) dafür schätzen. Dabei reicht dieser auch nach Ansicht der Behörden gar nicht aus.
4. "Gemeinderat, fordert die Ausnahmeregelung ein"
Der Gemeinderat kann das geltende Recht sicher nicht brechen. Weitaus sinnvoller wäre es, nach Alternativen an Stellen zu suchen, die mit geringerem Aufwand und damit auch viel schneller umsetzbar wären.

 

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