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Vogelkiller Glas

Für viele Vögel sind Fenster von Gebäuden, Glasflächen von Wintergärten sowie Buswartehäuschen tödliche Fallen. Die Glasflächen spiegeln den Himmel oder die umgebene Natur und vermitteln den Vögeln den Eindruck von Realität.

So sterben in Europa schätzungsweise 97 Millionen Vögel jährlich durch Aufprall auf Glasscheiben durch Genick- oder Schnabelbruch. Es sind alle Arten von diesem Phänomen betroffen, selbst Zugvögel, die auf der Reise in den Süden durch schlechte Witterung gezwungen sind, tiefer zu fliegen. Das muss nicht sein.

Bevor Sie Glas an Stellen einsetzen, wo es eine Gefahr für Vögel bilden könnte, machen Sie sich bitte folgende Überlegungen (Quelle: Schweizerische Vogelwarte Sempach)

  • Muss es wirklich transparentes oder stark spiegelndes Glas sein?
  • Kann eine Konstruktionsart gewählt werden, bei der die Scheiben zwischen Mauern zurück versetzt werden?

Folgende Alternativen sind denkbar:

  • geripptes, geriffeltes, mattiertes, sandgestrahltes, geätztes, eingefärbtes, bedrucktes Glas (Punktraster), das möglichst reflexionsarm ist: Milchglas, Stegplatten, Glasbausteine
  • andere undurchsichtige Materialien
  • mit Sprossen unterteilte Fenster
  • Oberlichter statt seitliche Fenster
  • Glasflächen neigen statt im rechten Winkel anbringen

Wenn das Problem schon eingetreten ist und nun nachträglich etwas unternommen werden muss, dann helfen wiederum Tipps der Schweizer Vogelwarte weiter:

  • nur eine flächig wirkende, sich möglichst von der Umgebung abhebende Markierung bringt den nötigen Schutz
  • sehr wirkungsvoll sind senkrechte, ca. 2 cm breite Klebestreifen, die man im Abstand von höchstens 10 cm zueinander anbringt (oder 1 cm breite Streifen bei 5 cm Abstand); auch Raster etc. können gut wirken
  • nur Klebefolien oder -bänder von guter Qualität verwenden

Unter Umständen erzielen Sie auch mit folgenden Mitteln eine gute Wirkung (immer möglichst auf der Außenseite der Scheiben anbringen):

  • Jalousien, Rollos, Gardinen, Kordelbänder, Folienbänder
  • Streifenvorhänge (Lamellen) in Wintergärten
  • farbige Dekorationen, Kinderzeichnungen (Finger- & Fensterfarben)
  • Firmensignete, Schaufensterdekorationen, Dekorsprays
  • Gitter, Mückenschutznetze, grobmaschige, dicke Netze oder Lochblech

Eine ganz unkonventionelle und neue Methode wird im German Birdnet berichtet: Schutzmaßnahmen durch Beschriftungen, Zeichnungen und Gemälde mit Sonnenmilch. Wie eine Grundschule damit umgegangen ist und auf diese Weise "Schulkunst" betrieben hat, lesen Sie hier (pdf-Datei). Wer's gerne etwas wissenschaftlicher hätte, dem empfehlen wir www.spinnennetz-effekt.de.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern hat ebenfalls eine schöne Zusammenfassung zu diesem Thema verfasst. Lesen Sie bitte hier weiter.

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